Die Kirche kann besichtigt werden
St. Michael Kirche

Die römisch-katholische Seminar- und Pfarrkirche St. Michael in Würzburg ist die Kirche des bischöflichen Priesterseminars sowie Pfarrkirche der Seminarpfarrei. Sie ist baulich mit dem Seminarkomplex verbunden.
An der Stelle von St. Michael befand sich Anfang des 13. Jahrhunderts eine kleine Kapelle. Sie war der heiligen Agnes geweiht und wurde vom Franziskanerkloster genutzt. Nach dem Einzug der Clarissen in das Kloster im Jahr 1220 wurde um 1257 die Klosteranlage umgebaut bzw. neu erbaut und auch eine neue Kirche errichtet. Nach Auflösung des Klosters im 16. Jahrhundert wurde der Gebäudekomplex seit 1561 von den Jesuiten als Ausbildungsstätte genutzt. In den Jahren 1606 bis 1610 bauten die Jesuiten ihre erste Kirche mit dem Patrozinium „St. Michael und St. Agnes“. Die heutige Michaelskirche wurde von 1765 bis 1798 durch Johann Philipp Geigel und Johann Michael Fischer erbaut. In der Bauzeit wurde der Jesuitenorden 1773 aufgehoben. Das Jesuitenkolleg wurde zum Priesterseminar und die neu erbaute Kirche nach ihrer Weihe als Seminarkirche genutzt, später dann auch als zentrale Firmkirche für das Würzburger Stadtgebiet. Die dort ansässige Marianische Bürgersodalität war 1796 von der Michaelskirche in die Marienkapelle verlegt worden. Infolge eines Bombenangriffes am 16. März 1945 brannte die Kirche vollständig aus. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde sie instand gesetzt, wobei man sich zunächst auf die notwendigen Maßnahmen beschränkte und eine künstlerische Gestaltung weitgehend aufschob. Im Jahr 1955 wurde die Kirche durch Julius Döpfner geweiht. Erst mit Blick auf den 400. Jahrestag des Würzburger Priesterseminars 1989 gab das Bistum die künstlerische Neugestaltung der Kirche in Auftrag. Grundthema für die Neugestaltung der Innenausstattung war die Offenbarung des Johannes; ausgeführt wurde sie von Heinrich Gerhard Bücker (Beckum). Die Arbeiten dauerten von 1988 bis 1991, als der Altar geweiht wurde. Die Gestaltung der Kuppel wurde 1995 beendet.
Architektur+
Die nach Westen ausgerichtete Kirche ist eine Emporenbasilika mit vierjochigem Langhaus, angedeuteten Querhausarmen und apsidialem Chor. Darüber steht der Chorturm mit dem Geläut. Die Vierung ist im Inneren von einer Flachkuppel überwölbt und trägt außen einen Dachreiter. Die Portalseite im Osten ist als repräsentative Schaufassade nach dem Vorbild des römischen Barock gestaltet.
Orgel+
Die Orgel wurde 1959 von der Orgelbaufirma Johannes Klais Orgelbau erbaut. Im Jahr 1996 wurde sie von derselben Orgelbaufirma erweitert und neuintoniert, sodass die Orgel nun 35 Register auf drei Manualen und Pedal hat. Ihre Disposition lautet:
Koppeln: I/P, II/P, III/P, I/II, III/II, III/I Spielhilfen: 2 freie Kombinationen, 1 freie Pedalkombination; Setzer 8x8, Sequenzer; Zungeneinzelabsteller
Geläut+
Das ursprüngliche Geläut ging im Zweiten Weltkrieg verloren. St. Michael verfügte lediglich über eine einzige Glocke (Ton f²) aus dem 16. Jahrhundert. Diese erklang jahrzehntelang allein zu den Gebets- und Gottesdienstzeiten der Seminargemeinschaft. Erst 2013 wurde das Geläut unter Regens Herbert Baumann wieder vervollständigt und durch drei neue Glocken der Gießerei Perner aus Passau ergänzt. Sie tragen die Namen der drei Frankenapostel Kilian, Kolonat und Totnan und erklingen in den Tönen c², es² und g².
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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: Bärwinkel,Klaus · Wikimedia Commons · CC BY-SA 4.0
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Lage: 49.7906, 9.9347