KircheWürzburg

St. Burkard Kirche

St. Burkard Kirche

Die Kirche kann besichtigt werden

St. Burkard, auch Burkarder Kirche genannt, ist eine römisch-katholische Pfarrkirche und war die erste Klosterkirche Würzburgs. Sie ist nach der Marienkirche auf der Festung Marienberg die zweitälteste Kirche Würzburgs. St. Burkard ist zudem die seit dem Mittelalter für das Mainviertel zuständige Pfarrei und war verbunden mit der Lokalkaplanei für das Militärhospital und die Festung Marienberg. Das seit 986 gleichnamige Kloster, das aus einem Andreaskloster hervorgegangene Benediktinerkloster St. Burkard, bestand von 983 bis 1464 und war ab spätestens 1470 ein Ritterstift (Kollegiatstift) bis 1803.

Benannt wurde die Kirche St. Burkard nach ihrem Patron, dem 742 von Bonifatius zum ersten Würzburger Bischof geweihten heiligen Burkard. Dieser gründete um 750 das am Fuße des Marienbergs gelegene Kloster St. Andreas, das der heiligen Maria und den Heiligen Andreas und später Magnus geweiht war und zu dem auch der Marienberg mit der Marienkirche gehörte. Der Bischof Hugo überließ das Andreaskloster im Jahr 983 den Benediktinern. Er ordnete ihnen, nicht zuletzt als wirtschaftliche Grundlage, Pfarreien und Dörfer zu. Am 14. Oktober 986 wurden die Gebeine des heiligen Burkard in einer feierlichen Prozession in das Kloster überführt und dort begraben. Seither heißt das Kloster nach seinem Schutzpatron St. Burkard. Geweiht wurde die Abtei durch den Bischof Bruno von Würzburg. Der romanische Teil der Kirche wurde 1042 geweiht. 1168 wurde die nördliche Portalvorhalle des Langhauses errichtet. 1250 wurden die beiden Osttürme um zwei Stockwerke erhöht. Um 1490 wurde die romanische Basilika um ein spätgotisches Querhaus und den Ostchor erweitert. Um den Durchgang der Uferstraße zu erhalten, mussten diese auf Schwibbögen gestellt werden. 1663–1667 wurden, im Zuge des Neubaus der Würzburger Befestigungsanlagen, der Westturm und zwei Joche vom Langhaus abgebrochen. Zunächst war die Kirche bis 1464 Teil eines Benediktinerklosters, von 1464 bis 1803 ein Kollegiatstift, dessen Verwaltungssitzverlegung in den Rückermainhof (Karmelitenstraße 20) mit Befürwortung durch den Landesherrn Johann Philipp von Greiffenclau zu Vollraths 1715 beschlossen wurde. Letzter Abt und erster Propst des Ritterstifts St. Burkard war Johann(es) von Allendorf (1400–1496), der auch als Kanzler des Fürstbischofs Rudolf von Scherenberg tätig war und 1496 das Spital zu den 14 Nothelfern stiftete. Mit der Säkularisation und der damit verbundenen Auflösung des Stifts am 23. Februar 1803 gelangte die Kirche in den Besitz der Pfarrei. Letzter Propst von St. Burkard war Adam Friedrich Groß zu Trockau. Nach Christenmassakern in Syrien besuchte 1861 Gregor Ata, der melkitisch-katholische Erzbischof von Homs, die Diözese Würzburg um Almosen für die verwüsteten Christengemeinden seiner Heimat zu sammeln und feierte am 25. Mai 1861 in der Burkardskirche einen Gottesdienst in der Byzantinischen Liturgie. Ab 1890 war der Burkardushof in der Burkarderstraße 26 das Vereinshaus des neugegründeten Katholischen Arbeitervereins. 1930 eröffnete in der Pfarrei St. Burkard das erste Pfarrjugendheim. Ab 2008 bildete die Pfarrei mit St. Bruno im Steinbachtal eine Pfarreiengemeinschaft. Mittlerweile zählt sie mit den zwei Pfarreien aus der benachbarten Zellerau zur Pfarreiengemeinschaft Heiligkreuz, St. Elisabeth und St. Burkard.

Ausstattung+

Im romanischen Teil der Kirche gibt es einen Gedenkstein der seit dem Jahr 1010 bestehenden Fischerzunft Würzburg. Die Würzburger Fischer feiern jährlich am Dreikönigstag (6. Januar) in St. Burkard ihr Bestehen. Außerdem gibt es einen Gedenktext an den Widerstand einzelner Gemeindemitglieder im Dritten Reich. Dem Eingang gegenüber ist eine Madonna von Tilman Riemenschneider beleuchtet und hinter Glas geschützt zu sehen. Der Hochaltar von St. Burkard ist ein Werk des Lohrer Künstlers Franz Wilhelm Driesler, die Brüder Heinz und Matthäus Schiestl schufen die figürlichen Elemente. Neben Werken Riemenschneiders weist die Ausstattung Arbeiten der Werkstatt der Auweras auf.

Ein 1589 bis 1590 geschaffener Marienaltar (der ehemalige Pfarraltar), ein Flügelaltar, für den der Maler Alexander Müller die nur bei geschlossenen Flügeln (auf den „Werktagsseiten“) sichtbare Passion Christi des ihm 1589 in Auftrag gegebenen Retabels malte, mit dem die Flügelinnenseiten und den Schrein zierenden, Szenen aus dem Marienleben zeigenden Schnitzwerk des Würzburger Meisters Georg oder Jörg Meurer zeigt noch Elemente der gotischen Tradition. Ende der 1660er Jahre geschaffene Altäre waren bereits im 18. und 19. Jahrhundert verschwunden. Beim Bombenangriff auf Würzburg am 16. März 1945 brannten der Dachstuhl und ein Langhaus aus, der Chor und das Querschiff blieben jedoch erhalten. Im Jahr 1950 war die Kirche wiederhergestellt.

Orgel+

Eine erste Orgel soll um das Jahr 1350 gebaut worden sein. 1683 errichtete Nikolaus Will (1646–1689) aus Würzburg einen Neubau mit 10 Registern auf der Westempore, die 1739 von Johann Philipp Seuffert auf 18 Register erweitert wurde. Im Jahre 1900 erbaute Martin Joseph Schlimbach eine neue Orgel mit drei Manualen und 40 Registern im alten Prospekt – sein vermutlich zweitgrößtes Werk – die aber am Ende des Zweiten Weltkriegs verbrannte. Als Ersatz wurde 1952 eine Hindelang-Orgel mit 12 Registern auf zwei Manualen und Pedal verbaut. Die heutige Orgel an der Nordwand des Querhauses von St. Burkard wurde 2003 von der Orgelbaufirma Richard Rensch (Lauffen/N.) mit 28 Registern, zwei Manualen und Pedal in einem modern gestalteten Orgelgehäuse erbaut. Das Instrument hat mechanische Spieltrakturen und elektrische Registertrakturen.

Koppeln: Normalkoppeln: II/I, I/P, II/P. Superoktavkoppel: II/P Suboktavkoppel: I/I

Glocken+

St. Burkard besitzt fünf Glocken mit den Schlagtönen cis′ e′ fis′ a′ h′, ein Motiv aus Richard Wagners Parsifal mit Erweiterung. Darunter befindet sich die Katharinenglocke aus dem Jahr 1249, die älteste Glocke der Stadt Würzburg, dicht gefolgt von der Lobdeburgglocke des Doms St. Kilian.

Nimm Mobile Geschichte mit auf die Reise

Diesen Text liest du gerade kostenlos. Mit Premium kommt dazu, was unterwegs zählt: Beschreibungen vorlesen lassen, Objekte durch die Kamera finden, Regionen offline mitnehmen.

  • Alle Beschreibungstexte, auch die der ~17.700 Premium-Objekte
  • Audio-Guide: Beschreibungen unterwegs vorlesen lassen
  • AR-Sucher: Objekte durch die Kamera sehen, mit Entfernung und Richtung
  • Unbegrenzte Merkliste

14 Tage kostenlos testen, danach ab 2,99 € im Monat. Jederzeit kündbar.

Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: Taken by Carport / CC BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons

Diese Beschreibung ist ein Auszug aus dem verlinkten Wikipedia-Artikel und stammt von dessen Autorinnen und Autoren. Sie steht wie das Original unter CC BY-SA 4.0 und darf unter denselben Bedingungen weiterverwendet werden.

Lage: 49.7899, 9.9249