Schloss/BurgVetschau-Raddusch

Slawenburg Raddusch

Slawenburg Raddusch

Die Burg kann besichtigt werden

Die Slawenburg Raddusch ist eine äußerlich weitgehend originalgetreue Nachbildung einer slawischen Fliehburg in der Nähe des heute zur Stadt Vetschau/Spreewald gehörenden Dorfes Raddusch.

Die Burg ist eine von circa 40 in der Niederlausitz ursprünglich bestehenden ringförmigen Wallanlagen. Diese Burgen waren im 9. und 10. Jahrhundert durch den slawischen Stamm der Lusitzi errichtet worden. Sie dienten als Fluchtburgen für die in unmittelbarer Nähe lebende Bevölkerung. Die Konzentration dieser Burganlagen im Gebiet der Niederlausitz wird auf den starken von germanischer Seite ausgehenden Eroberungsdruck zurückgeführt. Die Anlage war aus in Blockhausbauweise geschichtetem Holz errichtet und von einem Wassergraben umgeben. Das Innere der Holzkonstruktion war zur Sicherung der Stabilität mit Sand, Erde und Lehm verfüllt. Um 880 wurde auf einer schwachen Erhebung mit dem Bau des Burgwalles begonnen. Er war oval, hatte einen ca. 10 m breiten Wall und umschloss eine Innenfläche von 35 bis 36 Meter. Die Burg hatte zwei Tunneltore, die sich fast genau gegenüber lagen, sowie einen mit Wasser gefüllten Burggraben. Um 925 wurde die Burg erneuert. Dabei wurde der Wall verbreitert, sodass die Innenfläche auf 31 m schrumpfte. Noch vor 950 wurde der Burgwall erneut ausgebaut. Die Burgfläche war nun nur noch ca. 28 m groß. 963 eroberte der deutsche Markgraf Gero die Gebiete der Lusizi. Damit war auch das Ende der Radduscher Burg gekommen. Die Anlage wurde aufgegeben und verfiel mit der Zeit. Der Burgwall wurde bis 1984 landwirtschaftlich beackert und war dadurch stark verschliffen. Zum Schluss war nur noch ein Hügel von 3 m Höhe und 85 m Durchmesser erhalten. 1984 bis 1989 wurde die Burg mit dem Flurnamen "Schanze" archäologisch untersucht. Dabei stellte man fest, dass schon an gleicher Stelle Siedlungen der jüngeren Bronzezeit und der Völkerwanderungszeit bestanden.

Unweit der Burg Raddusch standen weitere ähnliche Anlagen, wie etwa die Slawenburg Tornow, die bereits im 7. Jahrhundert angelegt worden sein dürfte. Der Durchmesser des umwallten Bereichs betrug etwa 25 m.

Nachdem die Burg Raddusch ihre ursprüngliche Funktion verloren hatte, verfiel sie und war im 20. Jahrhundert noch als von Bäumen bestandene ringförmige Erhöhung zu erkennen.

In der Zeit der DDR wurde die Abbaggerung des Gebiets für den Braunkohletagebau Seese-Ost beschlossen. In Vorbereitung auf den Verlust dieses Bodendenkmals fanden daher 1984 und 1989/1990 archäologische Ausgrabungen in der Burg statt. Hierbei wurde auch eine 1100 Jahre alte hölzerne Götterstatue gefunden.

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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Slawenburg_Raddusch_%28Radu%C5%A1%29_01.JPG

Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.

Lage: 51.8047, 14.0305