Privatbesitz
Schloss Theilheim

Das Theilheimer Schloss wird im Jahre 1741 durch Karl Heinrich Freiherr von Erthal errichtet. Nach der Säkularisation von 1802 wechseln die Besitzer des Schlosses mehrfach.
1814 zog mit Franz Leppich ein bunter Vogel ins Schloss. Der neue Besitzer, ein exilierter Württemberger, war vielerlei: Mechanikus, Alchemist und Auftragserfinder. Und er landete schließlich sogar am Hofe des Zaren Alexander. Neuere Forschungen schreiben ihm die pyrotechnischen Mittel zu, mit denen Moskau in der Nacht zum 15. September 1812 an allen Ecken und Enden in Brand gesetzt wurde. Weniger erfolgreich verlief der Bau eines halbstarren Flugballons, der im Kampf gegen Napoleons Truppen als Bomber mit 50 Mann Besatzung eingesetzt werden sollte. Auch nachdem 75 000 Rubel verbraucht worden waren, lagen keine nennenswerten Ergebnisse vor. Doch der Zar ließ den Abenteurer, der auch gerne als „Doktor Schmidt“ auftrat, nicht fallen, holte ihn nach Petersburg, wo er in Oranienburg bis 1814 an seiner Erfindung weiterarbeiten konnte.
Josef Rosenthal und Mendel Rosenbauer, ab 1819 Nachfolger von Leppich, wollten wohl im Theilheimer Schloss eine jüdische Hochschule einrichten, taten dies aber erst später, und zwar in Zell bei Würzburg. Auch in der Zeit nach Rosenthal und Rosenbauer beherbergte das Schloss jüdische Besitzer. Was im alten Theilheim nichts Besonderes war. Schließlich setzte sich die Bevölkerung vor der Naziherrschaft zu 45 Prozent aus Juden zusammen.
Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: Reinhold Schulz
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Lage: 49.9442, 10.1489