Museum
Schloss Mörsburg (Stadel)

Die Mörsburg liegt nordöstlich von Winterthur im schweizerischen Kanton Zürich. Sie ist im Besitz der Stadt Winterthur. Die Mörsburg oder Mörsberg, wie sie im Mittelalter genannt wurde, liegt auf 511 Meter Höhe auf dem südlichen Ausläufer eines Höhenzuges, der Winterthur vom Thurtal trennt. Zur Kyburg (9 Kilometer entfernt) und zum Schloss Hegi (3 Kilometer) besteht Sichtverbindung. Früher führte der alte Verkehrsweg nach Pfyn in der Nähe vorbei. Über die Erbauer der Mörsburg ist nichts bekannt. Denkbar ist, dass an der Stelle des heutigen Wohnturmes bereits im 10. Jahrhundert eine Holzburg stand.
Vermutlich wurde der Wohnturm im ausgehenden 10. Jahrhundert durch die Herren von Winterthur an Stelle einer älteren Anlage erstellt. Nach 1027 gelangte die Burg an die Grafen von Nellenburg. 1111 ist als Besitzer Graf Adalbert von Mörsburg bezeugt. Er war verheiratet mit Mathilde von Nellenburg und übernahm den Namen von deren Stammburg Mörsburg (heute Morimont, Oberlarg) . Nach 1125 kam die Anlage durch die Heirat von Adalberts Tochter Mechthild mit Adalbert I. von Dillingen – Kyburg an die Kyburger. Hartmann IV. von Kyburg baute sie um 1250 zur Burg aus. Hartmann IV., der letzte männliche Vertreter der Kyburger verstarb am 27. November 1264 auf der Mörsburg.
Seine Erbin war Margaretha von Savoyen. Nach ihrem Tod gelangte die Burg 1273 an Rudolf von Habsburg, der sie als Lehen an die Meier von Oberwinterthur weitergab, die sich fortan Meier von Mörsberg nannten. Die Tochter des letzten Meiers heiratete um 1360 den Grafen Egbrecht III. von Goldenberg, dessen Vater österreichischer Vogt auf der Kyburg war. Bis 1569 blieb die Mörsburg im Besitz der Goldenberger, dann kam sie an seine Schwiegersöhne Hans Ulrich Stockar zu Schwandegg und Max Blarer von Wartensee. Dieser verkaufte sie 1598 an die Stadt Winterthur, die das Gebäude bis 1798 als Sitz des Ammans nutzte. 1799 fanden in der Umgebung der Burg schwere Kämpfe zwischen Franzosen, Österreichern und Russen statt, die an der Burg schwere Schäden hinterliessen. Zudem wurde die Innenausstattung entfernt.
Nach 1841 stand die Mörsburg für sechzig Jahre leer. Dann richtete sich der Historisch-Antiquarische Verein Winterthur darin ein, der die Burg seither als Museum nutzt. Bis 2000 lebte der Schlosswart in einer Wohnung im 3. Geschoss des Turmes; sein Nachfolger lebt heute auswärts.
Baugeschichte+
Die ältesten nachweisbaren Holzspuren reichen in die Zeit um 1100 zurück, die ältesten noch erhaltenen Bauteile stammen aus der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts. Grosse Um- und Erweiterungsbauten erfolgten unter Hartmann IV. von Kyburg, der die Burg durch eine Vorburg auf den südlichen Terrassen erweiterte, die 1253 erwähnt wird.
Der bestehende Vorgängerbau wurde vermutlich durch Adalbert von Mörsburg mit mächtigen Findlingen durch eine Ummantelung U-förmig verstärkt, die sich gegen den Garten hin öffnet. Die Verstärkungsmauer führt nach Süden noch etwa fünf Meter über den eigentlichen Kern hinaus. Durch die Verbindung der beiden Enden entstand das zwingerartige Treppenhaus, das zuerst offen stand und später überdacht wurde.
Zudem wurde ein drittes Obergeschoss auf den Turm gesetzt. Auffallend ist, dass das Mauerwerk aus Findlingen erst etwa zwei Meter über dem Erdboden einsetzt. Dies könnte ein Hinweis darauf sein, dass die ursprüngliche Motte abgetragen wurde, wodurch das Fundament sichtbar wurde. Der quadratische Grundriss beträgt rund 16 Meter, die Mauerdicke fast 5 Meter.
Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0
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Lage: 47.5399, 8.7686