Schloss/BurgHorst

Schloss Horst

Schloss Horst

Das Schloss Horst wird als Kultur- und Bürgerzentrum der Stadt Gelsenkirchen genutzt.

Das Schloss Horst steht auf dem Gebiet der Stadt Gelsenkirchen in dessen Stadtteil Horst. Zur Zeit seines Baus im 16. Jahrhundert war es eine der größten vierflügeligen Schlossanlagen nördlich der Alpen und prägte durch seinen Baustil den Begriff der so genannten Lipperenaissance. Es steht seit dem 15. Dezember 1983 unter Denkmalschutz.
Das Geschlecht der Herren von Horst ist seit 1186 nachweisbar. Ab 1363 sind sie in Urkunden als Lehnsmänner der Grafen von Kleve genannt und konnten sich und die Eigenständigkeit ihres Besitzes lange Zeit gegen den Machtanspruch des benachbarten Kölner Erzbistums behaupten. Im Laufe der Jahre aber lockerte sich die Bindung zu Kleve, und es erfolgte eine Annäherung an Kurköln. Rütger von Horst leistet schließlich im Jahre 1412 dem Kölner Erzbischof den Treueid, was eine Eingliederung der ehemals eigenständigen Herrschaft in das erzbischöfliche Vest Recklinghausen zur Folge hatte.
Der Bauherr des Schlosses, ebenfalls mit Namen Rütger, kam 1547 durch Erbteilung in den alleinigen Besitz der damaligen Burg. Er bekleidete unter insgesamt sechs Kölner Kurfürsten das Marschallsamt, und Erzbischof Salentin von Isenburg ernannte ihn kurz vor seiner Abdankung sogar zum Kölner Statthalter im Vest Recklinghausen.
Jener Rütger ließ an der Stelle der alten Burg einen prachtvollen Neubau errichten. Jedoch verstarb er bereits drei Jahre nach Abschluss der Bauarbeiten (1578) zu seinem neuen Schloss. Und da auch seine beiden Söhne aus der Ehe mit Anna von Palandt bereits früh verstorben waren, brachte seine Erbtochter Margarethe die Anlage durch Heirat an die Familie von Loë zu Palsterkamp und Geist.
Der neue Schlossherr, Betram von Loë, starb jedoch ebenfalls, ohne einen männlichen Erben zu hinterlassen. Sibylla, eine seiner beiden Töchter, erbte Schloss und Herrlichkeit Horst und brachte diesen Besitz in die Ehe mit einem Herren von der Recke.
1706 verkaufte dessen Nachfahr, Hermann Dietrich Freiherr von der Recke, das Schloss an den Freiherren Ferdinand von Fürstenberg. Dieser aber nutzte die Anlage niemals als dauerhaften Wohnsitz, sondern zog es vor, in einem der vielen anderen Schlösser der Familie wie z. B. Schloss Herdringen, Schloss Schellenberg oder Schloss Adolfsburg zu logieren.
1988 erwarb die Stadt Gelsenkirchen die damalige Schlossruine und ließ sie teilweise wieder aufbauen.
Eine erste urkundliche Erwähnung als Burg fand das Haus Horst im Jahre 1282, doch Ausgrabungen auf dem Schlossgelände zeigten, dass am Ort der einstigen Vorburg bereits im 11./12. Jahrhundert eine Hofstelle existierte.
Gerhard von der Horst ließ an der Hofstelle im ersten Jahrzehnt des 13. Jahrhunderts einen künstlichen Hügel von zwei Meter Höhe und etwa 40 Meter Durchmesser aufwerfen und errichtete auf ihm eine Wehranlage aus Holz. Zu jener Zeit bestand die Burg aus einem Hauptgebäude, einem sechs- bzw. achteckigen Torturm und zwei weiteren Nebengebäuden aus Holz, die von einer Palisade und einem Wassergraben umgeben waren. Die Anlage wurde jedoch im späten 13. Jahrhundert das Opfer eines Brandes.
Anschließend ließen die Besitzer den Hügel weiter erhöhen und die Reste der Holz/Erde-Befestigung durch einen steinernen, 11 mal 8 Meter messenden Wohnturm ersetzen sowie diesen von einer Ringmauer umgeben. Zu jener Zeit existierte bereits direkt vor der Anlage eine kleine Burgfreiheit, die von einer Gräfte umgeben war.
Ab der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts ist eine Burgkapelle für Horst nachweisbar, denn im Jahre 1295 wurde in Urkunden erstmals ein Hausgeistlicher erwähnt.
Vielleicht noch im 15., spätestens aber in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts kamen weitere An- und Zubauten aus Backstein innerhalb der Ringmauer hinzu. Grabungen konnten neben dem auf 19 mal 11 Meter erweiterten Wohnturm mit Kloakenanlage einen zweigeschossigen Backsteinbau (16 mal 10 Meter), einen Rundturm und einige weitere Bauten im Torbereich der Anlage nachweisen.
Als Burg Horst im Frühjahr 1554 ein weiteres Mal durch ein Feuer zerstört wurde, ließ sie ihr Besitzer, Rütger von Horst, nicht erneut neu aufbauen, sondern ließ die Reste der väterlichen Burg 1559 niederlegen und beauftragte den Arnheimer Stadtbaumeister Arndt Johannsen to Boecop mit der Errichtung eines zweiflügeligen Wasserschlosses im Stil des niederländischen Manierismus, das den gehobenen Wohn- und Repräsentationsansprüchen des Vestischen Statthalters Genüge tun sollte. Unter Johannsens Federführung entstanden ab 1556 in der mittlerweile verlandeten Gräfte der alten Burganlage ein dreigeschossiger Eingangs- und ein nordwestlich angrenzender Wohnflügel mit zwei Geschossen und Walmdach. Die Ecken der Anlage bildeten drei vorspringende, quadratische Ecktürme mit Welscher Haube.
Nach dem Weggang Johannsens folgte ihm als Baumeister Joist de la Court nach, der zuvor schon als Bildhauer in Diensten der Herren von Horst tätig gewesen war. Unter ihm erfolgte der Ausbau des Schlosses zu einer Vierflügelanlage. Reste alter Fundamente des Südwest- und Südost-Flügels zeigen, dass diese ähnlich breit und hoch wie die beiden bereits bestehenden Flügel geplant waren. Schließlich wurde aber schon während des Baus von diesen Plänen Abstand genommen. Um den entstehenden Innenhof ausreichend hell zu halten, kamen sie nur in schmalerer Form und eingeschossig zur Ausführung. Der vierte, hinzukommende Eckturm wurde zwar von den Grundmaßen gleich groß wie seine drei Vorgänger angelegt, besaß mit nur zwei Geschossen jedoch ein Stockwerk weniger. Als Baummaterial diente Sandstein, der aus Brüchen in Mülheim an der Ruhr und aus den Baumbergen stammte.
Architektonisch lehnte sich der Horster Schlossbau an Vorbilder der italienischen Palazzi an. Als erste Anlage im südlichen Westfalen wurde beim Bau ein strenge Unterscheidung von öffentlichen Verkehrsflächen und Privaträumen vorgenommen, indem man hofseitige Galerien zur Erschließung der einzelnen Räume erbaute. Ebenfalls durch die italienische Renaissance beeinflusst war der Bau eines repräsentativen und großzügigen Treppenhauses, womit man auf einen bis dahin üblichen, der Fassade vorgelagerten Treppenturm verzichtete.
Dem Hauptschloss auf einer eigenen Insel vorgelagert war eine Vorburg, die durch eine Steintreppe mit dem Hauptgebäude verbunden war.

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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0

Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.

Lage: 53.0586, 12.3440