Mädchengymnasium und Mädchen-Realschule
Schloss Hohenburg
Schloss Hohenburg liegt nahe dem Ort Lenggries im Isarwinkel. Bereits seit dem 11. Jahrhundert gab es bei Lenggries die mächtige Burg Hohenburg, von wo jahrhundertelang die Geschicke des Isarwinkels geleitet wurden. Seit 1566 war diese Burg im Besitz der Augsburger Adelsfamlilie und Patrizier Herwarth. Während des Bayerischen Volksaufstandes von 1705 stand die stolze Veste im Zentrum dieser Erhebung, anschließend, im Spanischen Erbfolgekrieg wurde die Burg von Österreichischen Soldaten besetzt. Am 21. Juli 1707 ging die Burg, unter bis heute ungeklärten Umständen, in Flammen auf und wurde in der Feuersbrunst zerstört (Genaueres zur Burg im Hauptartikel Hohenburg (Lenggries)).
Graf Ferdinand Joseph von Herwarth, der zu dem Zeitpunkt Herr der Burg war, entschloss sich daher nun, etwa 300 m unterhalb der alten Burg ein Schloss im klassischen Barockstil errichten zu lassen. Fünf Jahre später, von 1712 bis 1718 entstand so dieses opulente Schloss Hohenburg, wobei Teile der alten Burg abgetragen und im neuen Schloss verbaut wurden. 1718 war das Gebäude vollendet, so wie es noch heute zu erblicken ist. Der prächtige Schlossgarten nach Versailler Muster wurde von Matthias Diesel angelegt. Der Graf machte sich darüber hinaus verdient. Er sorgte für den Bau der neuen Lenggrieser Pfarrkirche St. Jacob (fertiggestellt 1722), wo er in der Gruft auch zur letzten Ruhe gebettet liegt. Darüber hinaus legte er den Kalvarienberg an und errichtete eine neue Brücke über die Isar.
Das Schloss besitzt neben dem großen Hauptbau zwei Flügel. Einst waren es drei Flügel gewesen, die nach Osten hin einen großen geschlossenen Hof bildeten. Der eigentliche Wohnbau, ein langgestreckter Bau mit Walmdächern umfasst drei Geschosse mit einem Mezzanin im Mittelabschnitt, die Eckrisalite sind aufgrund eines weiteren Halbgeschosses nochmals höher. Über dem hofseitigen Hofrisalit mit dem Treppenhaus sitzt ein kräftiger, mauerhafter Glockenturm. Sehenswert sind die Schlosskapelle, die 1722 entstand, der ehemalige Jagdsaal und die opulenten Treppenhäuser. In vielen Räumen des Schloss finden sich pracht- und wertvolle Fresken, Gemälde, Statuen, Säulen und Kronleuchter. Beachtenswert sind auch die drachenartigen Wasserspeier am Dach des Schlosses.
Spätere Eigentümer
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts erlosch das Geschlecht Herwarth und das Schloss wechselte einige Jahre lang den Besitzer. Ab 1807 war es im Besitz von Zech, ab 1817 von Kramer und ab 1833 von Taufkirchen.
Schließlich erwarb 1836 Fürst Karl Emich zu Leiningen (* 1804, † 1856) das Schloss nebst umfangreichen Grundbesitz. Er war der letzte Hofmarksherr und ließ das Schloss außen leicht verändern, mehrere Zimmer und Säle neu ausstatten und den Barockgarten im englischen Stil umgestalten. Er war zudem begeisterter Jäger und baute sich hier ein umfangreiches Jagdrevier auf. Fast zeitgleich ließ er im Odenwald ein neugotisches Schloss Waldleiningen erbauen. Seine Mutter war in zweiter Ehe, nach dem Tod seines Vaters Emich Carl Fürst zu Leiningen im Jahr 1814, mit Eduard August, Herzog von Kent und Strathearn verheiratet, deren einziges Kind die spätere Königin Victoria war. Somit war der neue Eigentümer ein Halbbruder der Queen Victoria.
1857 erwarb Freiherr Carl von Eichthal das inzwischen arg heruntergekommene Schloss Hohenburg für nur 32.000 Gulden. Sein Vater war Simon Aron Freiherr von Eichthal (vormals Seligmann). Letzterer finanzierte unter anderem die Kunstkäufe des Kronprinzen Ludwig I. und vermittelte bayerische Staatsanleihen an Griechenland. Er war 1834 einer der Gründer der Bayerischen Hypotheken- und Wechselbank und Mitbegründer zahlreicher Eisenbahn-AGs im Königreich Bayern. Der ebenfalls geadelte Sohn Carl kaufte das säkularisierte Kloster St. Blasien im Schwarzwald und betrieb dort eine Munitionsfabrik und eine Baumwollspinnerei. Die Familie galt damals als die begütertste Familie im Großherzogtum Baden.
Im Jahr 1870 kaufte der, 1866 von den Preußen aus seinem Herzogtum Hessen-Nassau vertriebene, Herzog Adolf von Nassau-Weilburg das Schloss und das umfangreiche umliegende Jagdgelände.
Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0
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Lage: 47.6722, 11.5872