Schloss/BurgRimpar

Schloss Grumbach

Schloss Grumbach

Museum

Schloss Grumbach befindet sich in Rimpar im unterfränkischen Landkreis Würzburg und stellt die größte Sehenswürdigkeit des Ortes dar. Es wurde im 14. Jahrhundert von einer Linie des fränkischen Uradelsgeschlecht Wolfskeel, das sich in dieser Linie zunächst „Wolfskeel von Grumbach“, später nur noch „von Grumbach“ nannte, erbaut. Bekannte Vertreter Rimparer Linie der (Wolfskeel) von Grumbach waren Fürstbischof Johann III. von Grumbach und Wilhelm von Grumbach. 1593 wurden Schloss Grumbach und das Dorf Rimpar durch den Würzburger Fürstbischof Julius Echter von Mespelbrunn erworben und diente ab da bis in das 18. Jahrhundert als Sommerresidenz der Würzburger Fürstbischöfe. Das Schloss befindet sich seit 1980 im Besitz der Gemeinde Rimpar, die es vom Staat Bayern gekauft hat. Zwischen 1996 und 2010 entstanden die vom Freundeskreis Schloss Grumbach e.V. betriebenen Schlossmuseen: Archäologisches Museum, Bäckereimuseum, Trachtenmuseum, Mauer- und Zimmerermuseum und Kriminalmuseum.

Geschichte+

Ursprünglich gehörte Rimpar zu den Besitzungen der edelfreien Herren von Grumbach, die erstmals im 11. Jahrhundert urkundlich erwähnt wurden und ihren Stammsitz in Burggrumbach, einem Ortsteil von Unterpleichfeld, hatten und dort vom 11. bis zum 12. Jahrhundert das Schloss Burggrumbach bauten. Die Familie starb im Mannesstamm 1243 mit Albert II. aus. Dessen Tochter war mit einem Grafen von Rieneck verheiratet, der dann die gesamten Besitztümer der Familie erhielt.

Graf Ludwig von Rieneck verkaufte 1328 zwei Drittel seiner Burg in Burggrumbach sowie seine gesamten Besitztümer in Burggrumbach, Rimpar, Kürnach und Bergtheim. Käufer war ein Ritter Eberhard aus dem fränkischen Uradelsgeschlecht derer von Wolfskeel, der sich später nach seinem Besitz Wolfskeel von Grumbach nannte, was seine Nachfahren übernahmen, die sich später in dieser Linie nur noch von Grumbach nannten. Diese Wolfskeel von Grumbach ließen dann in Rimpar das Schloss Grumbach erbauen. Es existieren keinerlei Urkunden über den Bau einer Burg in Rimpar. Dennoch lässt sich schließen, dass sie nicht vor etwa 1370 errichtet worden sein kann, da die Wehrmauer mit Schießscharten für Schusswaffen ausgerüstet ist. Erst im Jahr 1371 wird mit Horant von Grumbach erstmals ein im Rimpar lebender von Grumbach genannt. Das Schloss selber wird dagegen erst 1469 urkundlich erwähnt. Es geht dabei um einen Teilungsvertrag zwischen Heinz und Eberhard von Grumbach. Zu dieser Zeit wurden zwei aus der Rimparer Linie stammende Familienmitglieder bekannter: Fürstbischof Johann III. von Grumbach und Wilhelm von Grumbach. Während ersterer als wichtiges Relikt das fränkische Herzogsschwert hinterließ, diente Wilhelm von Grumbach, geboren 1503 im Schloss, unter zahlreichen Fürsten als Hofmarschall, Statthalter der markgräflichen Landschaft, Oberst der Krone und unter zahlreichen anderen Titeln. Ein unrühmliches Ende fand sein Aufstieg mit dem Beginn der Grumbachschen Händel, als der Ansbacher Markgraf durch den Kaiser geächtet und er als Friedensbrecher bezeichnet wurde, obwohl dafür keine Veranlassung bestand. Dennoch wurden auf Veranlassung des Fürstbischofs Melchior Zobel von Giebelstadt seine sämtlichen Güter konfisziert. Auch ein Versuch, sein Recht beim Kaiserlichen Rechtskammergericht einzuklagen, scheiterte. Wilhelm von Grumbach gibt an, damals in einem Jahr 17 000 Gulden verloren zu haben, was heute etwa drei Millionen Euro entspricht. 1558 wurde der Fürstbischof Melchior Zobel von Giebelstadt auf dem Weg zur Feste Marienberg von einer Gruppe Bewaffneter überfallen und von einem Knecht des Wilhelm von Grumbach erschossen. Höchstwahrscheinlich war dies nicht so, sondern eher eine Entführung geplant gewesen – wodurch Wilhelm von Grumbach seinen Besitz zurückerlangen hätte können. Sieht man von dessen Geständnis unter Folter im Jahr 1567 ab, gibt es jedoch heute keinen Beweis mehr für den Plan einer Entführung. Auf jeden Fall wollte der ehemalige Hofmarschall seine Güter um jeden Preis zurück, da er gar mit 1300 Mann die Stadt Würzburg zwischenzeitlich einnahm. Daraufhin erzwang er vom Domkapitel die Rückgabe seines Besitzes und wurde als Folge vom Kaiser mit der Reichsacht belegt. Von Grumbach musste zu dem ihm wohlgesinnten Herzog Johann Friedrich dem Mittleren nach Gotha fliehen, welcher ihn auch nach mehrmaliger Aufforderung nicht auslieferte. Die Lage spitzte sich dahingehend zu, dass 1567 ein kaiserliches Heer vor Gotha zog und die Stadt einnahm. Der Herzog wurde zu lebenslanger Haft verurteilt, von Grumbach gefoltert und anschließend umgebracht.

Der Sohn Wilhelms namens Konrad von Grumbach zahlte 1569 die Summe von 50 000 Gulden an das Hochstift Würzburg, um den Besitz seines Vaters zurückzuerlangen. In der Folgezeit aber verschuldete er sich immer weiter durch kostenreiche Investitionen und musste schlussendlich 1593, verschuldet mit etwa 250 000 Gulden, die Burg mitsamt dem gesamten Dorf Rimpar an Würzburg verkaufen. 1593 wurden Schloss und Dorf Rimpar durch den Würzburger Fürstbischof Julius Echter von Mespelbrunn erworben. Bevor mit Konrads Sohn Wilhelm die Rimparer Linie derer von Grumbach 1603 ausstarb, wurde Schloss und Stadt Rimpar zur Sommerresidenz der Würzburger Fürstbischöfe umgewidmet. Julius Echter ließ ein Rathaus erbauen, die Kirche erneuern und unterhalb des Schlosses ein Lusthaus errichten. Im Inneren des Schlosses wurden zahlreich Räume neu eingerichtet, darunter auch der noch erhaltene, stuckierte Hauptsaal. Zum Teil waren die häufigen Besuche dabei begleitet von etwa 140 Personen des Hofstaates. Zwischen 1698 und 1739 sind 36 Aufenthalte des Bischofs nachweisbar; davon wurden 26 von einem Hofstaat bis 69 Personen und 10 von einem Hofstaat bis 160 Personen begleitet. Im Jahr 1744 aber wurde die Burg von der Wernecker Landresidenz, soeben fertiggestellt, abgelöst und der Verfall der Gemäuer setzte ein.

So wurde in den Jahren 1780 bis 1793 der gesamte Westflügel eingelegt – mit dem entstandenen Schutt wurden die Untergeschosse der Türme, des heutigen archäologischen Museums und der Burggraben aufgefüllt – bevor der Einmarsch französischer Truppen 1796 weitere Abrissplanungen zunächst auf Eis legte. Diesem Umstand ist es wohl zu verdanken, dass die Burg heute noch verhältnismäßig gut erhalten ist; denn statt weiteren Verfalls folgte im Jahr 1800 sogar eine Sanierung, bei der die welschen durch stumpfe Hauben ersetzt wurden und somit das heutige Aussehen annahmen. Das 1806 gegründete Königlich Bayerische Forstamt Rimpar fand seine Heimat von Beginn an im Ostflügel. Erst 1971 wurde dieser wieder frei, als das Forstamt aufgelöst wurde. Am 21. Juli 1980 schließlich kaufte Rimpar unter Bürgermeister Anton Kütt die Burg, welche sich bis dato im Besitz des Landes Bayern befunden hatte. Der Freundeskreis Schloss Grumbach entstand noch im selben Jahr. Ab 1984 konnte das Schloss nach Umbau und Sanierung als Rathaus genutzt werden, die Einweihung war am 18. Mai 1985. Zwischen 1996 und 2010 entstanden die Schlossmuseen (Archäologisches Museum, Bäckereimuseum, Trachtenmuseum, Mauer- und Zimmerermuseum und Kriminalmuseum), die vom Freundeskreis Schloss Grumbach e.V. betriebenen werden.

Innenräume+
Rittersäle (Großer und Kleiner Saal)+

Laut Freundeskreis Schloss Grumbach zählen die Räume zu den „schönsten Renaissancesälen Deutschlands.“ Im großen Saal befindet sich e …

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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: Reinhold Schulz

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Lage: 49.8572, 9.9586