Privat
Schloss Deidesheim

Das Deidesheimer Schloss in der pfälzischen Stadt Deidesheim (Bundesland Rheinland-Pfalz) ging aus einer im 13. Jahrhundert errichteten Wasserburg hervor und unterlag seitdem mehrfach eingreifenden baulichen Veränderungen, mitunter bedingt durch massive Zerstörungen im Pfälzischen Erbfolgekrieg 1689 und in den Revolutionskriegen 1794.
Das Deidesheimer Schloss liegt im Zentrum von Deidesheim, einige Dutzend Meter nordöstlich des Marktplatzes. Westlich des Schlosses ist die Schlossstraße, von der ein Stück über die ehemalige Schlossbrücke verläuft. Im Süden und Osten wird das Schloss vom Schlosspark umgeben, der 1974 in dem Wassergraben angelegt wurde, der einst das Schloss umgeben hatte. Am westlichen Ende des Schlossparks findet sich ein Türmchen, das die Zerstörungen vergangener Jahre überdauert hat; er fungiert heute symbolisch als Residenz des Deidesheimer Turmschreibers.
Entstehung der Burg
Über den genauen Zeitpunkt und die Umstände die Entstehung der Burg betreffend kann nur spekuliert werden. Die plausibelste Erklärung besagt, dass sie Mitte des 13. Jahrhunderts als Folge von Auseinandersetzungen zwischen den Staufern und dem Gegenkönig Wilhelm von Holland erbaut wurde. Deidesheim gehörte damals zum Hochstift Speyer und der Speyerer Fürstbischof war Deidesheims Landesherr. Der in dieser Zeit als Kanzler in Diensten des besagten Gegenkönigs stehende Speyerer Bischof Heinrich von Leiningen vereitelte im Sommer 1250 Bestrebungen der Grafen von Eberstein, seinen Bruder Emich auf die Seite der Staufer zu ziehen, worauf der Staufische König Konrad IV. Rache nahm, indem er im August 1250 Deidesheim und die umliegenden Besitzungen des Speyerer Bischofs niederbrennen ließ.
Das Erlebnis, dieser kriegerischen Konfrontation schutzlos ausgesetzt zu sein, könnte den Anstoß zum Bau der Burg gegeben haben. Dabei spielte auch die Tatsache eine Rolle, dass die nächsten speyerischen Festungen – die Kästenburg über Hambach und die Burg Spangenberg im Elmsteiner Tal - zu weit entfernt waren, um der Bevölkerung des nördlichen Speyerer Hochstifts Zuflucht zu bieten. Auch die nähergelegenen Heidenlöcher konnten diese Aufgabe nicht mehr erfüllen, da sie damals wohl schon 400 Jahre alt waren. Bauhistorische Untersuchungen stützen diese These der Entstehung der Burg.
Hohes und spätes Mittelalter
Zum ersten Mal indirekt erwähnt wird diese Burg im Jahr 1292, als sich am 24. Juni der Speyerer Bischof Friedrich von Bolanden und der Leininger Graf Friedrich III. hier treffen und vereinbaren, Frieden zu halten zwischen den Burgleuten (castrenses) beider Seiten, darunter jene von Deidesheim – die Existenz von Burgleuten setzt das Vorhandensein einer Burg voraus. Die Burg gewann relativ schnell an Bedeutung, dafür sprechen nicht nur das erwähnte Treffen zwischen dem Speyerer Bischof und dem Leininger Grafen, auch Friedrich von Bolandens Nachfolger, Bischof Sigibodo II. von Lichtenberg, bekundete 1302 hier seine Wahlkapitulation gegenüber dem Speyerer Domkapitel. Das bischöfliche Schloss war in der Folgezeit Sitz des bischöflichen Amtsmannes und seiner Verwaltung. Im 14. und 15. Jahrhundert wurde Deidesheim des Öfteren von Speyerer Bischöfen besucht, den Rang einer Nebenresidenz, wie ihn Kirrweiler und Lauterburg zumindest teilweise innehatten, hatte das Deidesheimer Schloss jedoch nicht.
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Lage: 49.4086, 8.1889