Amtsgericht
Mädcheninternat des Alzeyer Aufbaugymnasiums
Schloss Alzey
Das Alzeyer Schloss ist vermutlich aus einer staufischen Reichsburg hervorgegangen und wurde im 16. Jahrhundert zum Schloss ausgebaut.
Es wurde 1689 im Pfälzischen Erbfolgekrieg zerstört und erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts vom Großherzogtum Hessen wieder aufgebaut. Das Schloss war vor der Zerstörung Sitz der Oberamtsverwaltung und beherbergt heute das Amtsgericht von Alzey sowie das Mädcheninternat des Alzeyer Aufbaugymnasiums.
Baubestand+
Es handelt sich um eine rechteckige Burganlage am östlichen Rand des alten Stadtkerns, die als Ruine um 1905 wieder aufgebaut wurde. Hierbei diente weitgehend historisches Bildmaterial zur Vorlage. Nach Osten, zum ehemals freien Gelände hin, besitzt sie eine mächtige Schildmauer, westlich, zur Stadt hin, grenzt sie mit einer Vorburg an die Stadtmauer. Durch sie führen zwei Tore in die Vorburg. Nach Süden hin befindet sich der sogenannte Friedrichsbau, heute als Internat genutzt; nach Norden das imposante Ensemble des Philipps- und Ludwigsbaues, die als Amtsgericht und Justizgebäude dienen. In der Südwestecke sitzt ein weithin sichtbarer, dicker Rundturm, der unter Kurfürst Friedrich I. als Geschützturm erbaut wurde. In der Nordwestecke steht ein Torturm, durch welchen von der Vorburg her der einzige Eingang in die Burg führte. Um die innere Burg läuft eine Ringmauer mit Teilen eines Wehrganges der früher komplett um die Anlage führte.
Entstehung+
Die Entstehung der Burg in Alzey kann heute nicht mehr eindeutig datiert werden. Frühestens entstand sie jedoch 1125 nachdem die Staufer in den Besitz des Reichsguts in Alzey gekommen waren.
Bevor der Stauferherzog Friedrich II. das Reichsgut übernahm, existierte in Alzey ein florierender Gutshof. Ob dieser schon befestigt war, ist nicht geklärt. Herzog Friedrich II. war im Burgenbau erfahren und hätte auch politisches Interesse an einer Befestigung in Alzey gehabt. Es ist daher gut möglich, dass er den Grundstein zur Alzeyer Burg legte. Dies ist aber nicht eindeutig nachweisbar. Es könnte also sein, dass nicht Herzog Friedrich II., sondern erst sein Sohn Pfalzgraf Konrad, der seine Kindheit in Alzey verbracht hatte, den Bau der Burg veranlasste. Zumindest scheint dieser Alzey als Herrschaftssitz ins Auge gefasst zu haben. Belegen lassen sich entsprechende Aktivitäten des Pfalzgrafen in Alzey allerdings nicht.
Nach Konrads Tod gelangte Alzey im Zuge der berühmten Liebesheirat seiner Tochter Agnes mit Heinrich dem Langen an die Welfen, die aber keinerlei Interesse an diesem „Fernbesitz“ zeigten. Diese Epoche (1195–1213) ist als Gründungszeitpunkt also eher unwahrscheinlich.
Erst 1214, als Alzey an den Wittelsbacher Pfalzgrafen Ludwig I. fiel, wäre wiederum ein günstiger Zeitpunkt gewesen, eine Burg in Alzey zu errichten. Diese dritte Variante zum Entstehungszeitpunkt der Burg könnte sich auf zwei Überlegungen stützen: Zum einen wurden am heutigen Schloss keine Bauteile gefunden, die aus der Zeit vor 1200 stammen, zum anderen wird eine Burg (castrum) Alzey erstmals 1278 genannt. Dies könnte andeuten, dass der Bau der Burg erst kurz zuvor erfolgt war.
Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: http://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Alzey_Burg_Nordostecke1.JPG
Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.
Lage: 49.7460, 8.1163