Das Kastell kann besichtigt werden
Römisches Kastell Rutupiae
Nahe dem heutigen Richborough in der Grafschaft Kent, England, befindet sich das Römische Kastell Rutupiae, eine antike Befestigungsanlage. Es war ein Bestandteil der römischen Verteidigungslinie an der sogenannten Sachsenküste und sicherte einen der Häfen sowie den südlichen Zugang zum Wantsumkanal, der eine schnelle und sichere Überfahrt nach Gallien ermöglichte.
Geschichte+
Im Jahr 43 n. Chr. landeten die Römer unter Kaiser Claudius bei ihrer Invasion Britanniens in Kent, an einem geschützten Ort, der damals eine Lagune war. Sofort nach der Ankunft begann die Befestigung des Brückenkopfes Rutupiae, der sich zur zentralen Marine- und Nachschubbasis für die weitere Eroberung Britanniens entwickelte. Neue Heerstraßen führten von hier aus nach Canterbury und London, und Holzbauten dienten der Unterbringung von Soldaten und Gütern. Um 85 n. Chr. wurden die provisorischen Holzbauten durch solidere Konstruktionen ersetzt. Ein 25 Meter hoher Triumphbogen aus weißem Marmor, ein Quadrifrons, symbolisierte den Eintritt in die neue römische Provinz. Mitte des 3. Jahrhunderts erforderten politische Unruhen eine Verstärkung des Hafenortes. Erdwälle und dreifache Verteidigungsgräben wurden angelegt, und der Triumphbogen wurde abgetragen, um Material für neue Wehrmauern zu gewinnen. Ein neu konzipiertes Kastell entstand um 275 n. Chr. mit einem Hauptquartier und Thermen. Im frühen 5. Jahrhundert zogen sich die Römer zurück, doch Münzfunde belegen weiterhin Aktivität. Eine frühchristliche Kirche mit Taufbecken könnte aus dieser Zeit stammen und wurde bis nach dem römischen Abzug genutzt.
Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0
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Lage: 51.2932, 1.3326