Die Reste des römischen Kastells können besichtigt werden
Römisches Kastell Eulbach

Das Kastell Eulbach war ein römisches Numeruskastell der älteren Odenwaldlinie des Neckar-Odenwald-Limes. Das heutige Bodendenkmal liegt auf der Flur des Weilers Eulbach im Osten des Stadtgebietes von Michelstadt im Odenwaldkreis in Hessen.
Das Kastell Eulbach befindet sich in einem Waldstück zwischen den Michelstädter Stadtteilen Vielbrunn und Würzberg. Es liegt dort auf rund 510 Höhenmetern, auf der Kammlinie eines in nordsüdlicher Richtung verlaufenden Höhenzuges. Quer durch das Bodendenkmal führt die Bundesstraße 47, die Michelstadt mit Amorbach verbindet und an dieser Stelle ihre Scheitelhöhe erreicht. Rund 250 Meter östlich des Kastells zweigt die Landesstraße L 3349 von der B 47 nach Norden in Richtung Vielbrunn ab. Unter der Annahme eines unbewaldeten Vorgeländes hätte die Kastellbesatzung von hier aus einen freien Blick in die östlichen und südöstlichen Täler bis nahe an den Main gehabt, umso mehr als die Kastellfläche nach Osten und Süden hin leicht geneigt war. Etwa 150 Meter westlich des ehemaligen Kastellgeländes befindet sich das Jagdschloss Eulbach und der Eulbacher Park.
Forschungsgeschichte+
Nach der Vorverlegung des Limes um das Jahr 159 und der damit verbundenen Auflassung des Lagers war das Kastell Eulbach noch lange als Ruine sichtbar. So wird es Anfang des 9. und noch einmal im 11. Jahrhundert urkundlich erwähnt. Später entstand in diesem Bereich das Dorf Eulbach, das aber während des Dreißigjährigen Krieges vernichtet worden ist. 1806 wurde das Kastell bei landwirtschaftlichen Arbeiten wiederentdeckt und von Johann Friedrich Knapp im Auftrag des Grafen Franz I. zu Erbach-Erbach (1754–1823) untersucht und freigelegt. Zu dieser Zeit waren noch ein bis zwei Steinlagen des Mauerwerks vorhanden. Das Kastellbad konnte 1889 lokalisiert werden. Die wissenschaftliche archäologische Ausgrabung durch die Reichs-Limeskommission (RLK) unter der örtlichen Grabungsleitung von Friedrich Kofler im Jahre 1895 musste bereits eine weitgehende Zerstörung des Kastellareals konstatieren. Das feste Mauerwerk war völlig verschwunden und nur auf Grundlage der Fundamentgräben und einiger Geröllstickungen musste die ehemalige Gestalt des Lagers rekonstruiert werden.
Befunde+
Mit seiner Prätorialfront war das Kastell nach Osten, zu dem in etwa 80 Metern Entfernung vorbeilaufenden Limes hin ausgerichtet. Die Länge (Außenseite) der Vorderfront wurde mit 71,13 Meter, die der rückwärtigen Front mit 72,50 Meter berechnet, die Länge der linken Seitenflanke wurde mit 79,90 Meter, die der rechten Flanke mit 79,27 Meter veranschlagt. Dadurch ergeben sich Innenmaße von rund 70 × 78 Meter, was einer Fläche von rund 5500 Quadratmetern entspricht. Die Stärke der Wehrmauer betrug vermutlich knapp 1,10 Meter, sie war aus weißem Sandstein ausgeführt.
Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0
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Lage: 49.6807, 9.0743