Das Kastell kann besichtigt werden
Römisches Kastell CAELIVS MONS (Caelius Mons)

Caelius Mons (deutsch: Himmelsberg) war ein spätantikes Kohortenkastell des Donau-Iller-Rhein-Limes (DIR) in der Provinz Raetia secunda und ist Teil des Archäologischen Parks Kellmünz in Kellmünz an der Iller im Landkreis Neu-Ulm. Der heutige Gemeindename Kellmünz könnte auf „Caelius Mons“ zurückzuführen sein.
Das Kastell befand sich im heutigen westlichen Ortskern von Kellmünz und ist fast vollkommen überbaut. Auf der Südostecke der Anlage befindet sich die römisch-katholische Kirche St. Martin. Die Lage war begünstigt durch einen Höhenrücken, der das Tal der Iller (Hilaria) um 35 m überragt. An seiner Ostseite ist dieser leichter zugänglich, was eine besondere Befestigung dieses Abschnittes notwendig machte.
Der Name ist in der Notitia dignitatum als Caelius überliefert nach Caelius, einem der sieben Hügel Roms. Als Besatzung des Kastells ist die cohors III Herculea Pannoniorum genannt.
Die Anlage gehört zum spätrömischen Donau-Iller-Rhein-Limes, einer Grenzbefestigung, die nach dem Fall des Obergermanisch-Rätischen Limes entlang dieser Flüsse um 300 n. Chr. entstand. Gegenüber den Kastellen der mittleren und hohen Kaiserzeit errichtete man kleinere Anlagen, die strategisch günstige Geländesituationen ausnutzten. Sehr ähnliche Anlagen des Donau-Iller-Rhein-Limes hat es in der Nähe unter anderem in Kempten (Cambodunum) auf der Burghalde, Isny (Kastell Vemania) und Gundremmingen (Bürgle) gegeben. Die meisten dieser Anlagen bestanden bis in das frühe 5. Jahrhundert n. Chr.
Im Mittelalter wurde das Kastell nach und nach abgebrochen und das Material für Burgen- und Kirchenbau verwendet.
Forschungsgeschichte+
Bereits Mitte des 19. Jahrhunderts wurden römische Mauerzüge in Kellmünz entdeckt. Planmäßige Ausgrabungen von großen Teilen der steinernen Wehrmauer fanden zwischen 1901 und 1913 durch den geschichtsbegeisterten Kellmünzer Kaufmann Roman Lindner und seinen drei Söhnen statt. Den Autodidakten stand der Archäologe Paul Reinecke (1872–1958) beratend zur Seite. Während dieser Untersuchungen wurde eine Vielzahl von teils hochwertigen Spolien aus dem spätantiken Mauerwerk geborgen, darunter auch Architekturteile von monumentalen Bauten sowie für den Einbau zurechtgehauene große Marmorstatuen. Mit dem Verkauf dieser Spolien an das Bayerische Nationalmuseum in München wurden die aufwendigen Grabungen in den ersten Jahren finanziert.
Zwischen 1986 und 1993 führte die Universität München unter der Leitung des Archäologen Michael Mackensen erneut umfangreiche Ausgrabungen durch. Im Anschluss wurde der Archäologische Park Kellmünz eingerichtet, in dem die sichtbar erhaltenen Kastellreste der Öffentlichkeit zugänglich sind.
Anlage+
Geländebeschaffenheit und Bebauungsumfang
Die Ausgrabungen erbrachten den Nachweis eines polygonalen Kastells, das durch die Geländebeschaffenheit vorzüglich geschützt war. Die Hänge auf der West- und Südwestseite fallen steil zur Iller ab. Auf der Nordseite ist das Plateau durch eine Erosionsrinne von zwei weiteren spornartigen Felsvorsprüngen getrennt. Einzig an der Ostseite war die Annäherung gut möglich. Hier befand sich die „Stirnseite“ des Lagers mit dem einzigen größeren Tor, an dieser Stelle war die Mauer bis zu 3 m dick. Aufgrund der Größe des Lagers könnte die Einheit bis zu 300 Mann stark gewesen sein.
Nur kurze Zeit vor dem Baubeginn, wurde am Platz des späteren Kastells eine kleine Siedlung in Fachwerkbauweise errichtet. Ein während der Grabungen von Mackensen angeschnittener Bau besaß eine Kanalheizung. Zwei prägefrische Münzen, die unter dem Mörtelestrich dieses Hauses aus dem Boden kamen, datieren seine Entstehung frühestens in das Jahr 297 n. Chr. Zu dieser Ansiedlung entstand ein rund 4,5 Meter breiter Spitzgraben, der das Plateau nach Osten hin abtrennte. Die Ausgräber vermuteten, dass diese Siedlungsstrukturen zu einem Baulager gehört haben könnten. Mit dem Bau des Kastells selbst wurde noch in den letzten Jahren des 3. Jahrhunderts begonnen.
Entlang der Ostseite verliefen als Annäherungshindernis ein Spitzgraben (5–6 m breit, 2,5 m tief) und ein 6 m breiter Sohlgraben. Die Mauern mit opus caementitium-Kern bestanden im unteren Bereich zu einem großen Teil aus wiederverwendeten Spolien. Sie schlossen bei 101,50 m Länge und 98,50 m Breite eine Innenfläche von 0,86 ha ein. In die Mauer eingelassen fanden sich etwa 14 Türme, meist halbrund, am Tor hervorspringend und an den Ecken der Ostseite ¾-rund. Ein Turm mit rechteckigem Grundriss an der Westseite dürfte aufgrund statischer Probleme mit dem aberodierten Steilhang entstanden sein.
Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0
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Lage: 48.1201, 10.1268