Antike BautenAnhausen

Römisches Kastell Anhausen

Römisches Kastell Anhausen

Die Reste des römischen Kastells können besichtigt werden

Das Kleinkastell Anhausen war ein römisches Kastell des Obergermanischen Limes, der im Jahre 2005 den Status des UNESCO-Weltkulturerbes erlangte. Das jetzige Bodendenkmal befindet sich in den Wäldern südwestlich der heutigen Ortsgemeinde Anhausen, die zur Verbandsgemeinde Rengsdorf-Waldbreitbach im rheinland-pfälzischen Landkreis Neuwied gehört.

Lage und Forschungsgeschichte+

Das Kleinkastell Anhausen befindet sich auf einer Höhe zwischen dem Gladbacher und dem Heimbacher Wald, südwestlich der heutigen Ortschaft Anhausen auf Neuwieder Gebiet. Es liegt hier östlich oberhalb des Passes der nach Gladbach und weiter nach Neuwied führenden Landesstraße 258, der Dierdorfer Straße. An dem Kastellplatz erreicht der Limes im Verlauf des Bogens, den er um das Neuwieder Becken schlägt, seinen nördlichsten und zugleich höchsten Punkt. In antiker Zeit diente das Kleinkastell hier der Überwachung mehrerer Straßen, die in diesem Bereich unter Ausnutzung der Passlage den Limes kreuzten. Der Kastellplatz wurde zuerst 1893 von dem Archäologen Heinrich Jacobi (1866–1946) untersucht und beschrieben. Weitere Ausgrabungen durch die Reichs-Limeskommission erfolgten im August 1898 und im Januar 1899, um die anfangs nicht ganz eindeutige Baugeschichte des Lagers zu klären.

Befunde+

Die Reichs-Limeskommission war noch davon ausgegangen, dass das Anhauser Militärlager ein Kleinkastell war, das ursprünglich aus zwei verschiedenen Baukörpern – einem äußeren und einem inneren Kastell – gebildet wurde, die zeitgleich entstanden seien. Bereits der provinzialrömische Archäologe Dietwulf Baatz (1928–2021) hatte an dieser Auffassung gezweifelt und geschrieben, dass „in der Südwestecke des größeren, älteren Wehrbaus“ … „später ein kleineres Kastell“ entstanden sei. Bei einer Nachgrabung 2008 im Rahmen der Bestandsdokumentation für die UNESCO-Unterschutzstellung hat sich die Baatz’sche Überlegung bestätigt. Die Wehrmauer des äußeren Lagers nahm mit den Seitenlängen von 43,20 mal 39,30 Meter eine Fläche von rund 0,17 Hektar ein. Die Mauer hatte eine Mächtigkeit von 1,72 bis 1,80 Meter, besaß abgerundete Ecken und verfügte über nur ein einziges, von zwei vorspringenden Wehrtürmen flankiertes Tor, das nach Norden, zum Limes hin ausgerichtet war. Als Annäherungshindernis war ein Spitzgraben vorgelagert. Im Inneren des Außenkastells konnten, vorrangig im nordwestlichen Bereich, Spuren von Mannschaftsbaracken nachgewiesen werden. Die Innenbauten dürften im Wesentlichen aus Holz bestanden haben.

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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: Von LigaDue - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=174461052

Diese Beschreibung ist ein Auszug aus dem verlinkten Wikipedia-Artikel und stammt von dessen Autorinnen und Autoren. Sie steht wie das Original unter CC BY-SA 4.0 und darf unter denselben Bedingungen weiterverwendet werden.

Lage: 50.4818, 7.5381