Die Reste der römischen Villa können besichtigt werden
Römische Villa Reinheim

Der Europäische Kulturpark Bliesbruck-Reinheim (frz.: Parc Archéologique Européen de Bliesbruck-Reinheim) in der saarländischen Gemeinde Gersheim, Ortsteil Reinheim, und in der französischen Gemeinde Bliesbruck im Departement Moselle ist ein grenzübergreifendes Projekt, das Ausgrabungen und Rekonstruktionen sowohl keltischer als auch römischer Funde mit Ausstellungs- und Schulungsräumen vereint. Er entstand im Jahre 1989 aus den beiderseits der deutsch-französischen Grenze erfolgten archäologischen Untersuchungen. Zusammen mit Grabungsbefunden aus Mittelsteinzeit, Bronzezeit und der Zeit der germanischen Völkerwanderung zeigen die eisenzeitlichen keltischen und römischen, sowie die frühmittelalterliche Funde und Befunde eine Siedlungskontinuität von über 10.000 Jahren im Tal der Blies.
Die Römische Villa in Reinheim war bereits im frühen 19. Jahrhundert Gegenstand erster Grabungen, wird aber erst seit 1987 systematisch ausgegraben und erforscht. Es handelt sich um eine sehr große Hofanlage, deren ummauertes Hofareal 300 Mater lang und 135 Meter breit war und deren Hauptgebäude im Norden fast 80 mal 62 Meter groß war. Ein Gebäudeteil im Nordbereich des Westflügels wird wegen der Anlage der Räume, dem Auffinden von Wasserkanälen und von Fragmenten von rohrartigen Ziegeln ((tubuli) die das Vorhandensein einer Fußbodenheizung (Hypocaustum) beweisen) als gutseigene Therme interpretiert. Der Zeitpunkt der Gründung des Gutshofes in dem vom keltischen Stamm der Mediomatriker besiedelten und 50 v. Chr. von den Römern eroberten Gebiet ist noch ungeklärt. Ihre größte Ausdehnung erreichte die Gutsanlage in der ersten Hälfte des 3. Jahrhunderts. Nach ersten Zerstörungen im 3. Jahrhundert folgte eine Phase des Wiederaufbaus. Die Brandzerstörung, der keine Rekonstruktion mehr folgte, fand im 4. Jahrhundert statt. Funde deuten aber darauf hin, dass in der zweiten Hälfte des 4. Jahrhunderts im Westflügel des Hauptgebäudes noch eine schwache Besiedlung erfolgte. Bekanntestes Fundstück der Ausgrabung ist die 2000 in der Nähe eines Nebengebäudes gefundene Reitermaske von Rheinheim. Diese als Menschengesicht geformte Eisenmaske, die mit Bronzeblech überzogen war, diente wohl als bewegliches Visier eines Reiterhelmes eines römischen Kavalleristen. Weltweit wurden bisher etwa 110 dieser eindrucksvollen Masken gefunden.
Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Rekonstruktion_des_Eingangs_zur_r%C3%B6mischen_Villa_Bliesbruck.jpg
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Lage: 49.1338, 7.1799