KlosterZell am Main

Kloster Unterzell

Kloster Unterzell

Wohnungen

Das Kloster Unterzell ist ein ehemaliges Kloster der Prämonstratenserinnen in Zell am Main bei Würzburg in Bayern in der Diözese Würzburg.

Der Jungfrau Maria und Cäcilia von Rom geweiht, wurde das Kloster Unterzell um 1230 von Hermann I. von Lobdeburg gegründet. Als Bischof von Würzburg verlegte er dazu den Frauenkonvent, der dem Kloster Oberzell angegliedert war. Aufständische erbuntertänige Bauern plünderten 1525 im Deutschen Bauernkrieg das Kloster. 1562 kam es unter Fürstbischof Friedrich von Wirsberg in die Verwaltung der Fürstbischofe vom Hochstift Würzburg. 1642 bildete sich ein neuer Konvent von Chorfrauen. Ein dunkles Kapitel der Geschichte des Klosters Unterzell ist das Schicksal der Superiorin Maria Renata Singer von Mossau, welche 1749 während der Hexenverfolgungen im Hochstift Würzburg zum Tode verurteilt und hingerichtet wurde. Das Kloster wurde 1803 im Zuge der Säkularisation in Bayern aufgelöst und an Interessenten verkauft. Der Kirchenraum diente zeitweilig als Ziegenstall. Der Hochaltar und zwei Seitenaltäre kamen nach Alt St. Josef in Oberdürrbach.

Jüdisches Leben im ehemaligen Kloster+

Im Zuge der Hep-Hep-Krawalle 1819 waren viele Jeschiwaschüler und andere Juden aus Würzburg ins Umland geflohen, unter anderem nach Theilheim bei Werneck zu Rabbi Mendel Rosenbaum. Rosenbaum erwarb mit anderen das ehemalige Kloster und siedelte 1822 mit Familie und Lazarus Bergmann dahin über. Sie gründeten mit einigen der geflohenen Würzburger dort eine neue jüdische Gemeinde und in der Folge auch eine Talmudschule. Neben seinem Erwerb als Vieh- und Warenhändler errichtete Rosenbaum in Unterzell einen Kolonialwarenhandel und eine Nagelschmiede. Ab 1825 leitete Bergmann die Nagelschmiede. Nach seiner Alija mit Frau und Kindern 1834 führte Rosenbaums ältester Sohn Moses Rosenbaum sie fort.

Marktrecht für Zell+

Rosenbaums wirtschaftliche Unternehmungen in Unterzell mit der in Oberzell ansässigen Schnelldruckpressenfabrik von Friedrich Koenig (1774–1833) und Andreas Bauer (1783–1860) waren ausschlaggebend dafür, dass Oberzell und Unterzell 1833 als Zell am Main zusammengefasst wurden und das Marktrecht erhielten.

Kriegszerstörungen+

Ein Luftangriff am 31. März 1945 – nach dem Bombenangriff auf Würzburg am 16. März 1945 – zerstörte Kloster und Kirche. Die Klosterkirche blieb Ruine, während das Klostergebäude in der Nachkriegszeit zu Wohnungen umgebaut wurde.

Neues kirchliches Leben ab 1971+

Eigentümer des Kirchengrundstücks waren der frühere Landwirt Heinrich Weckesser, seine Tochter und ihr Ehemann. Weckesser war nach eigenem Bekunden in dem seinerzeit als Wohnraum genutzten Chor zur Welt gekommen. Da das Gewölbe über dem Langhaus einsturzgefährdet war, erließ das Landratsamt Würzburg gegenüber den Eigentümern mit Datum vom 7. Dezember 1966 eine Abbruchverfügung. Weckesser erklärte dem Leiter der Bauabteilung des Landratsamts, dem Regierungsrat Hans-Joachim Wachsmuth, dass er der Abbruchverfügung nicht nachkommen werde; denn als Rentner könne er die Abbruchkosten nicht aufbringen. Wachsmuth gab ihm zu überlegen, die Kirchenruine zu verkaufen. Der Käufer könnte dann die Abbruchkosten übernehmen. Wachsmuth dachte dabei an die evangelische Kirche als möglichen Interessenten.

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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: Björn Sothmann · Wikimedia Commons · CC BY-SA 4.0

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Lage: 49.8107, 9.8724