Museum
Kloster Tückelhausen

Das Kloster Tückelhausen ist ein ehemaliges Kloster der Kartäuser. Tückelhausen ist ein eingemeindeter Teilort von Ochsenfurt in Bayern. Seit der Säkularisation wird der größte Teil des Anwesens privat genutzt. Die kartusianische Klosteranlage ist fast vollständig erhalten. Das Kartäusermuseum gibt Einblick in die Geschichte der fränkischen Kartäuserklöster und in das Alltagsleben der Mönche.
Geschichte+
Hochmittelalter+
Eine Lütticher Chronik nennt für ca. 1050 eine Wallfahrt zum Berg des hl. Lambert in Tückelhausen. Reste der Lambertuskapelle mit einem romanischen Portal sind im Hof eines landwirtschaftlichen Anwesens erhalten, das an die vom Dorf ins Thierbachtal führende Treppenanlage angrenzt.
Prämonstratenser+
Unbekannte Adelige gründeten in den Jahren vor 1139 mit Unterstützung des Bischofs Otto von Bamberg ein Prämonstratenserkloster. Die Nonnen wurden bereits 1144 in das 20 km entfernte Lochgarten bei Bad Mergentheim versetzt. Aufgrund der ungenügenden materiellen Ausstattung musste das Kloster häufig mit wirtschaftlichen Problemen kämpfen. Die adeligen Konventsmitglieder verteidigten ihre Unabhängigkeit jedoch gegenüber dem Kloster Oberzell. 1305 wurden wieder Nonnen, diesmal aus dem Stift Michelfeld bei Kitzingen, aufgenommen. 1307 wurden die Chorherren zur Wahrung der Disziplin nach Oberzell verlegt, bis zur Aufhebung 1349 war das Kloster der „Schwestern vom Berg des hl. Lambert“ allein von Nonnen besiedelt.
Kartäuser+
1349 wurde Tückelhausen an den Würzburger Domdekan Eberhard von Riedern verkauft, der eine Kartause stiften wollte. Aber erst nach seinem Tod 1351 wurde Tückelhausen den Kartäusern übergeben zur Nutzung als „cella salutatis“. Ihr Leben war geprägt von schweigender Arbeit und zahlreichen täglichen Gebeten. In der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts erfolgten erhebliche Umbauarbeiten, damit jedem Mönch ein eigenes kleines Häuschen mit Gartenparzelle zugewiesen werden konnte. Die Kartäuser lebten in einer Mischobservanz, die das Einsiedlerdasein mit Elementen des Gemeinschaftslebens verknüpfte. Die Zellen bestanden aus einer langen Reihe in Form kleiner Häuser. Der Kreuzgang bot Zugang zu der Mönchszelle, die über einen Wohn- und Studierraum sowie eine kleine Hauskapelle verfügte. Eine Durchreiche zum Kreuzgang diente der Versorgung der Mönche mit Nahrung. Zu Vigil, Matutin, Morgenmesse und Vesper versammelten sich die Mönche in der Klosterkirche, die für ihre Zwecke besonders umgebaut worden war: Das nördliche und südliche Querhaus war vom einschiffigen Langhaus der Kirche abgetrennt worden. In den vormaligen Querhäusern brachten die Kartäuser ein Oratorium, den Kapitelsaal, das Archiv und die Bibliothek unter. Während der übrigen Tageszeit pflegten sie ihr Einsiedlerleben und beteten für sich allein in ihrer Zelle. Die Mönche widmeten sich besonders dem Studium der Heiligen Schriften und dem Abschreiben von Büchern.
Kriegsverwüstungen+
Im Bauernkrieg 1525 und im Markgräflerkrieg 1552 kam es zu erheblichen Verwüstungen und Plünderungen. Daher wurde die Kartause 1561 mit einer Ringmauer befestigt. Im Zuge der Reformation verließen viele Kartäuser die Gemeinschaft. Zu Beginn des 17. Jahrhunderts konnte sich die Kartause wieder konsolidieren. 1613 bis 1616 wurde die Kirche im Stil des Manierismus umgestaltet. Im Dreißigjährigen Krieg erfolgten weitere Beschädigungen durch die Schweden. Während des Feldzugs von 1673 plünderten dann Franzosen Tückelhausen.
18. Jahrhundert+
Im Jahre 1694 begannen unter Prior Bruno Clement (reg. 1669–1697) umfangreiche Baumaßnahmen, die sich, mit Unterbrechungen, über mehrere Jahrzehnte erstreckten. Zunächst wurde der Ökonomietrakt mit dem Hauptzufahrtstor errichtet, 1696 folgte die Prokuratur. Zwei ausgesprochen malerische Laufbrunnen, der eine von einer feinen Maria Immaculata bekrönt, der andere von St. Georg, zieren seit 1715 den weiten Klosterhof und bildeten, über eine steinerne Zuleitung gespeist, gleichzeitig die Wasserversorgung für den Wirtschaftshof, denn die Mönchszellen hatten bereits 1690 eine eigene Wasserzuleitung. Unter Prior Ignatius Rückardt (reg. 1715–1724) wurde am 26. April 1718 feierlich der Grundstein zu einem neuen Prioratsgebäude und gleichzeitig zu einem neuen Gastbau gelegt. Für dieses Projekt lieferte der Hochfürstlich Würzburgische Stadt- und Landbaumeister Joseph Greissing die Pläne.
Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: Mobile Geschichte
Diese Beschreibung ist ein Auszug aus dem verlinkten Wikipedia-Artikel und stammt von dessen Autorinnen und Autoren. Sie steht wie das Original unter CC BY-SA 4.0 und darf unter denselben Bedingungen weiterverwendet werden.
Lage: 49.6526, 10.0252