KlosterTriefenstein

Kloster Triefenstein

Kloster Triefenstein

Klosterbetrieb

Das Kloster Triefenstein ist ein ehemaliges Stift der Augustiner-Chorherren und heute Hauptsitz der ordensähnlichen evangelischen Christusträger-Bruderschaft, gelegen im Markt Triefenstein im unterfränkischen Landkreis Main-Spessart. Sein Name leitet sich ab vom triefenden Stein, einer Quelle, die direkt neben dem Kloster unter einem markanten Stein entspringt.

Lage+

Die aus mehreren Gebäuden bestehende Anlage wird in der amtlichen Statistik als Ort bzw. amtlich benannter Gemeindeteil Triefenstein geführt und liegt auf der Gemarkung Trennfeld, westlich des Mains, direkt oberhalb eines alten Flussübergangs. Gegenüber liegt der Ort Lengfurt, alles Ortsteile der heutigen Marktgemeinde Triefenstein am südlichen Ende des Landkreises Main-Spessart im Mainviereck. Knapp einen Kilometer nordwestlich sind spärliche Reste der Neuenburg, einer romanischen Burganlage des 12./13. Jahrhunderts, erhalten.

Geschichte+

Wahrscheinlich begann die klösterliche Besiedlung während des Investiturstreits durch den Stiftskanoniker Gerung, den ehemaligen Dechanten des Stifts Neumünster in Würzburg, der sich 1088 hier bei einer Kapelle niedergelassen haben soll. Auf das Jahr 1102 datiert die offizielle Gründung des St. Peter und Paul geweihten Stifts der Augustiner-Chorherren durch den Würzburger Bischof Emehard (Eginhard) von Comburg, die 1123 von Papst Calixtus II. bestätigt wurde. Für die Lage des Klosters sprechen mehrere Gründe: am Fuße des Berges lag eine Furt, beziehungsweise eine Fähre über den Main, für die Handelsstraße Frankfurt-Würzburg-Nürnberg; die Nachbarschaft zur Neuenburg; die exponierte Lage auf dem Berg sowie ergiebige Quellen in unmittelbarer Nähe. Den Baugrund stellte vermutlich die Benediktinerabtei Neustadt am Main zur Verfügung, neben der gleich zu Beginn das Hochstift Würzburg, dessen Bischof Emehard, sowie Bischof Konrad von Salzburg als bedeutende Wohltäter auftraten. Die Patrozinien erweisen die Kanonie Triefenstein als Reformkloster und tatsächlich waren noch 1459 bis 1461 Triefensteiner Ordensangehörige an der Gründung des fränkischen Chorherrenstifts Birklingen beteiligt. Triefenstein erlangte Vogteifreiheit und unterstand direkt dem Hochstift Würzburg. Schon bald stellte sich durch weitere Beistiftungen eine große Wohlhabenheit ein. So besaß man im Jahre 1421 Einkünfte aus 49 Ortschaften. Doch bereits im selben Jahrhundert gelang es den Grafen von Wertheim nach und nach Klosteruntertanen wie auch Einkünfte an sich zu reißen, was später durch den Bauernkrieg um 1525 noch verstärkt wurde. So besaß Triefenstein 1683 nur noch Einkünfte aus 27 Orten. Im Dreißigjährigen Krieg fiel der Klosterbesitz vorübergehend sogar ganz in die Hand der Wertheimer, wobei zwar die Gebäude stehen blieben, aber nahezu die gesamte Inneneinrichtung verloren ging. Als 1634 der zeitweise vor den schwedischen Truppen geflohene Propst Johannes Molitor (reg. 1617–1619 und 1623–1637), mit seinen Stiftskanonikern zurückkam, fand man die Kirche sogar als Pferdestall benutzt vor. Nach 1648 gelang dennoch eine kontinuierliche wirtschaftliche Konsolidierung und so ließ Propst Adam Dorbert (reg. 1686–1694) im Jahre seiner Weihe 1687 umfangreiche Bauarbeiten beginnen, die der Kanonie das bis heute prägende barocke Erscheinungsbild verliehen. Weitergeführt von seinen ebenso baufreudigen Nachfolgern Valentin Benkard (Benkert) (reg. 1694–1706) sowie Peter Brotsch (reg. 1707–1737?) entstanden so bis 1715 eine neue Kirche und neue Konventsgebäude. Als Baumeister konnte Propst Dorbert anfangs den in Würzburg etablierten Steinhauer Valentino Pezzani gewinnen. Unter Propst Benkard kam etwa ab 1698 der spätere Hochfürstlich Würzburgische Stadt- und Landbaumeister Joseph Greissing dazu, der in Triefenstein, zumindest in den frühen Jahren, wohl hauptsächlich als Zimmereiunternehmer tätig war. Von 1687 bis 1694 wurde in mehreren Teilabschnitten die Stiftskirche St. Peter und Paul als relativ schlichter, jedoch massiv gewölbter Bau vermutlich nach Plänen Pezzanis errichtet. Vom Vorgängergebäude übernommen sind dabei zwei im Kern noch romanische Chorflankentürme, die man aufstockte und mit barocken welschen Hauben samt Laternen versah. Daneben erstellte man 1690 an der Mainseite das Dormitorium. In einer zweiten Bauphase von 1696/97 bis 1715 kamen neue Konventsgebäude hinzu. Im Laufe des 18. Jahrhunderts erfolgte eine zum Teil äußerst wertvolle Innenausstattung der von außen insgesamt eher schlicht gestalteten Gebäude. Den künstlerischen Höhepunkt bildet dabei die unter dem letzten Propst Melchior Zösch (reg. 1783–1803) innen vollständig überformte Kirche. Vor allem in den Jahren 1785 und 1786 brachten die Würzburger Hofkünstler Materno Bossi und Johann Peter Wagner, anfangs unterstützt von dem Mainzer Hofmaler Giuseppe Ignazio Appiani, später dann von dem Kurtrierer Hofmaler Januarius Zick, eine überaus kostbare frühklassizistische Ausstattung in das Gotteshaus ein. Diese besteht aus edlen Stuckmarmoraltären, dazu passender vornehmer Kanzel, fein geschnitztem Chorgestühl und ausgewogen komponierten Deckenfresken, alles umrahmt von köstlichen Louis-Seize-Stuckaturen. Die Ausstattung gehört zum Besten, was diese Epoche in Franken hervorgebracht hat und integriert gleichzeitig sehr geschickt auch ältere Werke, wie die qualitätvollen Altarblätter des aus Flandern stammenden Würzburger Hofmalers Oswald Onghers von 1694.

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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: Tilman2007 · Wikimedia Commons · CC BY-SA 3.0

Diese Beschreibung ist ein Auszug aus dem verlinkten Wikipedia-Artikel und stammt von dessen Autorinnen und Autoren. Sie steht wie das Original unter CC BY-SA 4.0 und darf unter denselben Bedingungen weiterverwendet werden.

Lage: 49.8077, 9.5984