Klosterbetrieb
Kloster Seligenstadt

In der Stadt Seligenstadt im hessischen Landkreis Offenbach liegt das Kloster Seligenstadt, eine ehemalige Benediktinerabtei. Es ist eine der wenigen nahezu vollständig erhaltenen Klosteranlagen Hessens und vereint karolingische Ursprünge mit barocken Umgestaltungen.
Geschichte+
Die Gründung des Klosters geht auf Einhard zurück, den Biographen Karls des Großen, der die fränkische Siedlung Obermulinheim im Jahr 815 von Ludwig dem Frommen erhielt. Im Jahr 834 etablierte er dort ein Benediktinerkloster und errichtete eine Wallfahrtskirche, in der die Reliquien der frühchristlichen Märtyrer Marcellinus und Petrus beigesetzt wurden. Die ursprünglich dreischiffige Pfeilerbasilika erfuhr um 1050 die Ergänzung ihrer Westtürme und im 13. Jahrhundert eine Erweiterung mit einem neuen Chor. Nach Schäden im Dreißigjährigen Krieg wurde das Kloster ab 1690 umfassend renoviert und barockisiert. Abt Petrus IV. ließ 1722 einen Portalbau zwischen den romanischen Türmen errichten. Mit der Säkularisation im Jahr 1803 wurde das Kloster aufgehoben und die Abteikirche 1812 der katholischen Pfarrei als Pfarrkirche übergeben. Im 19. Jahrhundert kam es zu weiteren baulichen Veränderungen. Zwischen 1936 und 1953 erfolgte eine etappenweise Restaurierung, die darauf abzielte, die Architekturformen des 9. und 13. Jahrhunderts wieder zur Geltung zu bringen.
Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: Reinhold Schulz
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Lage: 50.0425, 8.9786