KlosterZell am Main

Kloster Oberzell

Kloster Oberzell

Klosterbetrieb

Das Kloster Oberzell ist ein Kloster in Zell am Main in Bayern in der Diözese Würzburg. Das Kloster liegt am linken Mainufer etwa sechs Kilometer von Würzburg entfernt, auf dessen Gebiet es zum Teil liegt.

Das dem Erzengel Michael geweihte Kloster der Prämonstratenser wurde 1128 durch Johannes, einen Domkanoniker, und dessen Bruder Heinrich auf Veranlassung des Ordensgründers der Prämonstratenser, des seit 1582 als Heiligen verehrten Norbert von Xanten, als Doppelkloster gegründet. Um das Jahr 1230 wurde durch Hermann I. von Lobdeburg, Bischof von Würzburg, die Verlegung des dem Kloster Oberzell angegliederten Frauenkonvent das Kloster Unterzell gegründet. 1525 plünderten im Bauernkrieg aufständische, erbuntertänige Bauern das Kloster Unterzell. 1562 kam es unter Fürstbischof Friedrich von Wirsberg in die Verwaltung der Fürstbischöfe des Hochstifts Würzburg. Nach wechselvoller Geschichte hatte das Kloster Oberzell unter Abt Oswald Loschert (1747 bis 1785) seine Blütezeit. Balthasar Neumann, der berühmte Baumeister der Würzburger Residenz, schuf den barocken Neubau. Nach Neumanns Tod wurde unter der Leitung seiner Söhne im Jahre 1760 das Stiegenhaus fertiggestellt, aber der Abteibau blieb weiterhin ohne Flügel zur Kirche hin.

Bis zur Säkularisation in Bayern im Jahr 1803 war es das einzige Kloster der Prämonstratenser in Franken im Rang einer Abtei. Die Abtei wurde 1803 im Zuge der Säkularisation aufgelöst und der letzte Abt Christoph Kroh mit einer Pension abgefunden. Die Kirche wurde profaniert, die Bibliothek erhielt die Universität Würzburg. Der gesamte Klosterbesitz wurde enteignet: 90 Morgen Weinberg, 637 Morgen Wiesen, 22 Morgen Garten, 8180 Morgen Wald, die Höfe und Häuser in Waldbrunn, Moos, Estenfeld und Würzburg. Die meisten Bilder von Onghers aus der Gemäldegalerie sind verschollen, das Mobiliar wurde in alle Winde verstreut und selbst ein Teil der Urkunden und Handschriften ging verloren.

Säkularisation 1803 bis 1900+

1812/13 entstand das sogenannte Schlösschen mit seltener Architektur, auf der Klostermauer über dem Main thronend. Es gehört in die Epoche des Klassizismus, Unterform der Revolutionsarchitektur. Das Schlösschen stammt vom Architekten Peter Speeth. Bauherr war Joel Jakob Hirsch (1789 bis 1876). Der jüdische Bankier ließ sich das Schlösschen als Sommerresidenz errichten. Im Jahr 1817 richteten Friedrich Koenig und Andreas Friedrich Bauer im Klostergebäude eine Druckmaschinenfabrik ein, die als Koenig & Bauer heute Weltruf genießt.

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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: Renardo la vulpo · Wikimedia Commons · CC0

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Lage: 49.8009, 9.8780