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Kloster Grünau

Das Kloster Grünau (auch Kartause Grünau) ist ein ehemaliges Kloster der Kartäuser südöstlich von Schollbrunn in Bayern in der Diözese Würzburg. Es wurde von den Mönchen „Nova Cella“ (auch „Kartause Neuzell“) genannt und war die älteste Kartause in Franken.
Geschichte+
Das der Heiligen Jungfrau Maria, St. Laurentius und St. Nikolaus geweihte Kloster wurde durch Elisabeth von Hohenlohe, Tochter eines Grafen von Wertheim, gestiftet. Sie leistete wohl Sühne für einen von ihr verschuldeten Jagdunfall, bei dem ihr Ehemann Gottfried von Hohenlohe-Röttingen gestorben war. Am 15. März 1328 erhielten die Mainzer Kartäuser deshalb den Ort Schollbrunn, um dort ein neues Kloster zu gründen. An der Stelle des späteren Kartausengeländes existierte bereits ein Kloster, das von Kanonikern aus Triefenstein bewohnt wurde und regelmäßig Ziel einer Wallfahrt war. Die Mönche wurden entlassen und verließen das Gebiet. Das neue Kloster entwickelte sich trotz einer geringen Anzahl von Mönchen schnell weiter, da mehrere Orte der Kartause unterstellt wurden. So bekamen die Brüder Abgaben der Pfarrei Eichel und aus der Kapelle Hasloch. In den Jahren 1457–1463 war Hammanus de Rudisheim Prior der Kartause. Er war der Verfasser von mehreren Meditationen. 1525 kam es während des Bauernkriegs zu Plünderungen durch die Bewohner der umliegenden Orte. Die Mönche waren vor den Zerstörungen in die Kartause nach Ilmbach geflohen. Die Reformation brachte wiederum einschneidende Veränderungen für das Kloster. 1545 schloss sich die Familie der Grafen von Wertheim den Lehren Luthers an und übernahm die Verwaltung von Grünau. Nachdem 1550 nur noch drei Mönche die Kartause bewohnt hatten, kam es im Jahr 1557 zur vollständigen Auflösung des Klosters und der Vertreibung des letzten Priors Matthias de Monte. Das Gelände wurde dem Hospital von Wertheim übertragen, die anderen Güter erhielten die Schwesterkartausen im Umland. 1615/1616 erfolgte die offizielle Vereinigung Grünaus mit der Kartause Ilmbach. Die Situation änderte sich erst mit dem Jahr 1629, als sich wieder Kartäusermönche auf dem Gebiet ansiedelten, die mit einem kaiserlichen Schutzbrief vor der Auflösung geschützt waren. Dennoch mussten sie 1631 die Kartause abermals aufgeben, da die Schweden unter Gustav Adolf das Land eroberten. Der König übergab das Kloster der Familie Löwenstein-Wertheim. Nach dem Rückzug der Schweden gelangten die Mönche wieder an die Hälfte ihres Besitzes. Im Jahr 1635 erfolgte die Wiedererrichtung des Klosters. 1803 wurde es mit der Säkularisation aufgelöst. Die Kartause kam in den Besitz der Grafen von Löwenstein-Wertheim-Freudenberg, die sie 1820 in ein fürstliches Hofgut umwandelten. Die Kirche wurde bis 1812 genutzt. Heute wird die Anlage als Gasthaus genutzt. Das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege verzeichnet das Kloster unter der Denkmalnummer D-6-77-182-10 (siehe Liste der Baudenkmäler in Schollbrunn).
Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: Drow69 · Wikimedia Commons · CC BY-SA 4.0
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Lage: 49.8176, 9.4754