KircheWillanzheim

Kirchenburg Willanzheim

Kirchenburg Willanzheim

Rathaus

Die Kirchenburg Willanzheim umfasst die befestigten Bereiche des Kirchhofs um die katholische Pfarrkirche St. Martin im unterfränkischen Ort Willanzheim. Hierzu zählen Teile der Hauptstraße, des Marktplatzes, der Kirchstraße und der Pfarrgasse.

Die Kirchenburg befindet sich inmitten der Marktgemeinde Willanzheim. An einem leichten Hang auf etwa 250 m Höhe über Normalnull gelegen, überragt sie das Dorf um bis zu 20 m. Der hufeisenförmige Komplex der Gadenbefestigung umfasst heute eine Fläche von 3893 m2. Das Dorf unterstand ab dem 14. Jahrhundert wechselnden Herren, was häufige Kriege und Plünderungen zur Folge hatte. Dies begründet auch die ehemalige Dorfbefestigung mit Graben und Hecke. Die Befestigungen sind durch archäologische Befunde des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege belegt.

Geschichte+

Die Geschichte der Kirchenburg ist eng mit der Martinkirche in Willanzheim verknüpft. Diese Kirche wurde im Jahr 742 dem Würzburger Bischof geschenkt, der Kirchhof war wohl bereits damals befestigt. Die ältesten noch erhaltenen Teile der Kirchenburg gehen allerdings auf das 14. Jahrhundert zurück. Damals erbaute man auch den Kirchturm, um einen besseren Überblick über die umliegenden Gebiete zu bekommen. Die Kirchenburg war durch zwei Tore zu erreichen, von denen lediglich das östliche erhalten ist. Eine Befestigung des Kirchhofs wird erstmals im Jahr 1303 erwähnt. Im 16. Jahrhundert erneuerte man die Befestigung umfassend. Im Dreißigjährigen Krieg wurden die Kirche und ihre umliegenden Befestigungen stark verwüstet. Zunächst besserte man bis ins Jahr 1653 die Kirche aus, bevor man sich den Mauern und Gaden der Kirchenburg zuwandte. Im 18. Jahrhundert erhielt die Burg das Erscheinungsbild, das auch noch weitgehend zu sehen ist. Mit den sich verändernden politischen und militärischen Gegebenheiten konnte die Kirchenburg im 19. Jahrhundert nicht mehr ihren Zweck erfüllen und zerfiel. Zeitweise verwendete man die Keller der Gaden als Lagerräume. Der Zweite Weltkrieg richtete weitere Schäden an der zerfallenden Gadenbefestigung an. Am 5. April 1945 kam es zu Panzerbeschuss und einem Tieffliegerangriff. Weite Teile der Burg wurden zerstört. Anders als die Kirche, die in der unmittelbaren Folgezeit wieder errichtet wurde, ließ man die Kirchenburg weiter unberührt. Erst in den Jahren 1998–2003 restaurierte man sie, sodass heute Kirche und Kirchenburg den eigentlichen Dorfmittelpunkt bilden. Das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege ordnet die Kirchenburg als Baudenkmal unter der Nummer D-6-75-179-2 ein.

Beschreibung+

Die Kirchhofbefestigung verläuft hufeisenförmig um die Kirche. Diese Form kam zustande, da die Befestigung im Norden der Kirche vollständig fehlt, sodass ein Platz entstanden ist. Gaden umgeben den gesamten, erhaltenen Kirchhof, während Mauerreste nur noch im Süden, Westen und Osten erkennbar sind.

Kirche+

Die Kirche St. Martin bildet den Mittelpunkt der Kirchhofbefestigung. Sie ist nicht geostet, ihr Chor ist nach Süden ausgerichtet. Die Schauseite des Gotteshauses befindet sich im Norden. Dies dürfte auch ein Grund für die Öffnung der Befestigung auf dieser Seite gewesen sein. Drei Fensterachsen gliedern den Bau, im Westen schließt sich die Sakristei an das Gebäude an. Daneben erhebt sich eine Ölberggruppe aus lebensgroßen Figuren. Im Osten des Gotteshauses schließt sich der Turm an das Langhaus an. Er ist 42 m hoch und überragt die Kirchenburg und das Dorf. Neben seiner Funktion als Wachturm hatte er auch repräsentative Zwecke.

Du möchtest mehr über dieses Objekt erfahren?

Die vollständige Beschreibung gibt es mit Premium — dazu Offline-Pakete, Audio-Guide und hochauflösende Bilder.

  • Alle Beschreibungstexte, auch die der ~17.700 Premium-Objekte
  • Audio-Guide: Beschreibungen unterwegs vorlesen lassen
  • AR-Sucher: Objekte durch die Kamera sehen, mit Entfernung und Richtung
  • Unbegrenzte Merkliste

14 Tage kostenlos testen, danach ab 2,99 € im Monat. Jederzeit kündbar.

Schon Premium und trotzdem gesperrt?

Die Anmeldung gilt je Adresse. Auf mobilegeschichte.de musst du dich einmal separat anmelden — dein Premium gilt dann auch hier.

Anmelden

Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: Monandowitsch · Wikimedia Commons · CC BY-SA 3.0

Diese Beschreibung ist ein Auszug aus dem verlinkten Wikipedia-Artikel und stammt von dessen Autorinnen und Autoren. Sie steht wie das Original unter CC BY-SA 4.0 und darf unter denselben Bedingungen weiterverwendet werden.

Lage: 49.6806, 10.2319