Privatbesitz
Herrenhaus Roggow

Das Herrenhaus Roggow in der Gemeinde Rerik im Landkreis Rostock in Mecklenburg-Vorpommern ist ein im Stil der Tudorgotik errichtetes Gutshaus aus der Mitte des 19. Jahrhunderts.
Etwa 60 Meter östlich der Landstraße zwischen Rerik und Neubukow befindet sich mitten im Dorf das Herrenhaus Roggow. 400 Meter westlich liegt das Salzhaff und 3,5 Kilometer nördlich das Seebad Rerik.
Die vormalige slawische Burganlage wurde nachfolgend als „Gut Roggow“ urkundlich erstmals am 28. Juni 1345 mit Hermann von Oertze van Rogghowe erwähnt. Man nimmt aber an, dass die Oertzen bereits viel früher hier ansässig waren. Jahrhunderte lang war dann der kleine, in sich geschlossene Ort ein Rittergut der Familie von Oertzen.
Nach schweren Zerstörungen und Verwüstungen im 30-jährigen Krieg wurde das Gutshaus um 1666 wieder im Stil des Barock aufgebaut. Ein Plan der Hofanlage aus dem Jahre 1745 sagt aus, dass zum Gut neben dem 1666 erbauten Wohnhaus und der Scheune ab 1736 noch ein Pferdestall, ein Wirtschaftshaus, zwei Viehställe und eine gewölbte Bogenbrücke gehörten. Der gesamte Gutskomplex war von einem wassergefüllten Wallgraben umgeben. Man konnte ihn über eine Zugbrücke überqueren, die noch bis 1835 in Betrieb war. Auf der Hofseite schloss sich ein Torhaus an. Vom einstigen Hof existieren heute neben dem Guts- bzw. Herrenhaus noch der östlich gelegene alte Schweinestall - heute ein Wohnhaus - und ein südlich gelegenes Gebäude. Auch der Graben, der die einstige Wasserburg umgab, ist bis auf kleinere Reste verschwunden, sodass der ursprüngliche Charakter der Gesamtanlage nur schwer erkennbar ist.
Das Gutshaus ist von mittlerer Größe. Nach mehrfachen Umbauten und Erweiterungen wurde es 1850 im Stil der Tudorgotik umgestaltet. 1921 wurde es letztmals umgebaut und in die heutige Form gebracht, obwohl sein Kern wesentlich älter ist. Der zweistöckige Putzbau mit dem flachen Satteldach wurde neugotisch überbaut. Da nach 1945 die Giebel entfernt wurden, erscheint die Fassade etwas unsymmetrisch gegliedert. Von den zwölf Achsen ist die linke risalitartig vorgezogen und mit Fialen übergiebelt. In der Mitte der Fassade befand sich früher noch ein abgetreppter Zwerchgiebel.
Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: Roland Neubert, Halle (Saale)
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Lage: 54.0755, 11.6346