Herren- und GutshausSehnde-Rethmar

Herrenhaus Rethmar

Für dieses Objekt fehlt ein Foto. Melde dich an, um eins beizusteuern.

Kulturelle Veranstaltungen
Restaurant

Als erste Herren auf Haus Rethmar werden die von Rutenberg genannt, die von dem nordöstlich von Hildesheim gelegenen Rautenberg (früher Rutenberg) hierher übergesiedelt sind. Wann genau sie nach Rethmar kamen ist ungewiss. Sie haben jedenfalls, als die Grafen von Haimar im 12. Jahrhundert nach Wernigerode zogen (wo sie sich fortan „von Wernigerode“ nannten), umfangreichen Besitz von ihnen übernommen. Wo heute das Hauptgebäude des Schlosses sich befindet, lag um das Jahr 1000 „das feste Haus auf dem Worthberge“, eine Burg, die durch die damals dort kräftig fließende Dunaue, die Rethmarer sagen heute „Donau“, von Wasser und Sumpf umgeben und damit praktisch uneinnehmbar war. Ziegel- und Keramikfunde datieren die Anfänge des Haupthauses auf das Jahr 1009 und des Westflügels auf das Jahr 1064. Nach dem auch heute noch recht hohen Grundwasserstand zu urteilen, hat es auch den von manchen Chronisten vermuteten unterirdischen Gang zur Kirche nicht geben können. Wohl aber gab es als Zugang vermutlich eine gedeckte Holzbrücke in Richtung Norden, wo erst später die St. Katharinenkirche errichtet worden ist. Die Burg verwandelte sich allmählich durch vielerlei Um- und Anbauten. Der Westflügel wurde um 1530 aufgeführt. Die Rutenbergs standen zeitweilig im Dienst des Bischofs zu Hildesheim, waren aber unabhängig genug, ihre eigene Politik zu verfolgen. Die Burg in Rethmar widerstand 1332 einer Belagerung durch den von seinen Domkapitularen gewählten Bischof und seine Verbündeten. Die von Rutenberg hatten sich auf die Seite des vom Papst ernannten Gegenbischofs gestellt.

1647 ging Haus Rethmar auf den Schwiegersohn des letzten hiesigen Rutenberg über, einen Herrn zu Eltz, dessen Sohn Philip Adam Herr zu Eltz, am Hofe von Kurfürst Georg I in Hannover bis zum Minister aufstieg. Er gehörte 1694 zu den Mördern des Grafen Königsmarck. Dieser war Hannoverscher Offizier und der Geliebte von Sophie Dorothee, der Frau des Herzogs Georg Ludwig, späteren Kurfürsten und ab 1714 Königs von Großbritannien und Irland. Man war damals bei Liebschaften in den höchsten Familien nicht kleinlich. Königsmarck und Sophie Dorothee stellten ihre aber allzu öffentlich zur Schau. Königsmarck wurde jedenfalls im Leineschloss zu Hannover ermordet und die Leiche wohl in der Leine versenkt, nicht aber nach Rethmar transportiert, wie zuweilen behauptet wird. Herr zu Eltz kam danach wunderbarerweise zu großem Wohlstand und konnte Haus Rethmar gründlich um- und ausbauen. Das Schloss erhielt dabei seine heutige Gestalt. Sophie Dorothee aber wurde geschieden und als „Prinzessin von Ahlden“ an der Aller dort lebenslang interniert.

Du möchtest mehr über dieses Objekt erfahren?

Die vollständige Beschreibung gibt es mit Premium — dazu Offline-Pakete, Audio-Guide und hochauflösende Bilder.

  • Alle Beschreibungstexte, auch die der ~17.700 Premium-Objekte
  • Audio-Guide: Beschreibungen unterwegs vorlesen lassen
  • AR-Sucher: Objekte durch die Kamera sehen, mit Entfernung und Richtung
  • Unbegrenzte Merkliste

14 Tage kostenlos testen, danach ab 2,99 € im Monat. Jederzeit kündbar.

Schon Premium und trotzdem gesperrt?

Die Anmeldung gilt je Adresse. Auf mobilegeschichte.de musst du dich einmal separat anmelden — dein Premium gilt dann auch hier.

Anmelden

Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0

Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.

Lage: 52.3132, 10.0027