Herren- und GutshausAugsburg-Bannacker

Herrenhaus Bannacker

Herrenhaus Bannacker

Privatbesitz

Bannacker ist der südwestlichste Ortsteil der Stadt Augsburg. Er ist hervorgegangen aus dem zur Gemeinde Bergheim gehörigen Weiler Bannacker, als die Gemeinde Bergheim im Jahre 1972 im Zuge der Eingemeindung zur Stadt Augsburg kam. Der Weiler Bannacker bestand aus dem Gut Bannacker, im Besitz der Familie Bertele, sowie dem Anwesen der Familie Schäffler, der so genannten Jägersölde. Heute besteht der Ortsteil Bannacker weiterhin aus dem Gut Bannacker, nach wie vor im Besitz der Familie Bertele, der Jägersölde, nach wie vor im Besitz der Familie Schäffler, und dem Anwesen der Familie Boecker, dem jüngsten und mit nur 2 Pferdekoppeln dem kleinsten.

Erstmals findet Bannacker als Besitz einer Familie „miles de Bonacker“ Erwähnung. Es ist nicht gesichert, wie Bannacker zu diesem Zeitpunkt ausgesehen hat. Um 1237 ging das Anwesen an das Heilig-Geist-Spital in Augsburg über, das Wappen von Bannacker wurde mit dem Wappen des Heilig-Geist-Spitals zusammen geführt.

Wie aus alten Karten ersichtlich, war Bannacker eine Ansammlung von bäuerlichen Gehöften. Während der Säkularisation erwarb Herr Süßkind, der spätere Freiherr von Süßkind, Bannacker zusammen mit den zugehörigen Waldungen und Land vom Heilig-Geist-Spital und errichtete ein für diese Gegend typisches Bauern- und Gesindehaus, wie sie heute noch vielfach in der Gegend zu finden sind, mit Seiteneingang, Gesinderäumen und Stallungen unter einem Dach, das allerdings der Größe des neuen Besitzes entsprach. Nach dem Tode von Freiherr von Süßkind verkaufte dessen Tochter Henriette den Wald (Spitalwald) an die Familie Fugger und das Land und die Gebäude an die Familie Deuringer.

Für diesen Verkauf werden verschiedene Gründe genannt. Der richtige scheint jedoch zu sein, dass Bannacker nur ein Landgut mit Bauernhaus war und den gesellschaftlichen Ansprüchen der inzwischen geadelten Familie Süßkind nicht mehr entsprach. Die Familie Schäffler behielt weiterhin ihren Besitz Jägersölde. Die Familie Deuringer, da kinderlos, verkaufte das Hofgut Bannacker an die Familie Fugger. Die Familie Fugger modernisierte den Betrieb, errichtete landwirtschaftliche Bauten und auch die so genannte Villa (Haus Nr. 6), da das Bauernhaus (Haus Nr. 2), das spätere so genannte alte Herrenhaus für etwas gehobenere Wohnansprüche nicht geeignet war und unter den Familien Fugger, Weininger und Bertele als Gesindehaus diente. Es erhielt die Bezeichnung „altes Herrenhaus“ offiziell durch Herrn Dr, Konstantin Bertele bei der Erstellung der bayerischen Denkmalliste Anfang der 1970er Jahre, wobei der Begriff Herrenhaus nicht gleichbedeutend ist mit Schloss oder ähnlichem, sondern lediglich der Hinweis, dass es das erste von Süßkind erbaute Bauernhaus in Bannacker ist.

Unter der Familie Fugger wurde Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts der Versuch der Errichtung eines Gestütes unternommen, der aber nicht von Dauer war. Es ist nicht gesichert, auf wen oder wessen Initiative dieses Unterfangen zurückzuführen ist. Im Jahr 1931 erwarb die in Berlin ansäßige Familie Weininger das Hofgut Bannacker. Sie errichtete einen Poloplatz um während der Saison Polospiele durchführen zu können, denn Unterbringungsmöglichkeiten für die Pferde waren teilweise durch den Gestütsversuch bereits vorhanden. Ein „Polo- und Reitclub“ wurde entgegen manchen Veröffentlichungen nicht errichtet. Mit dem Tode des Fürsten Georg Fugger im Jahre 1935, des Mitbegründers der Polospiele, endeten diese. Damit endeten auch die saisonbedingten Aufenthalte von Herrn Weininger in Bannacker, der von nun an nicht mehr von Berlin nach Bannacker kam. Frau Weininger etablierte noch ein Auswanderungszentrum für Juden nach Palästina.

Im Jahre 1937 übernahm die befreundete Familie Bertele das Hofgut Bannacker, die allerdings denselben Anfeindungen wie die Familie Weininger durch Teile der ansässigen Bevölkerung ausgesetzt war, nicht zuletzt, weil man stolz darauf war, …

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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0

Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.

Lage: 48.2996, 10.8085