Die Burgruine kann besichtigt werden
Burgruine Windhaag
Die Burgruine Windhaag, auch Altes Schloss Windhaag genannt, liegt ungefähr fünfhundert Meter östlich des Ortszentrums der Gemeinde Windhaag bei Perg im Bezirk Perg im Mühlviertel in Oberösterreich.
Im Gegensatz zu dem im 17. Jahrhundert von Joachim Enzmilner in unmittelbarer Nähe errichteten und bald darauf zur Gänze zerstörten Neuen Schloss Windhaag ist das alte Schloss als Ruine erhalten geblieben. In der alten Burg wurde 1664 das (erste) Kloster Windhaag eingerichtet, das kurz danach in das neue Dominikanerinnenkloster Windhaag im Ortszentrum übersiedelte. Die im 18. Jahrhundert verfallene Ruine wurde 1990 von der Gemeinde Windhaag erworben und wird seither für touristische Zwecke nutzbar gemacht.
Die Burg Windhaag wurde erstmals mit dem Jahr 1290 erwähnt, sie dürfte aber älter sein. Besitzer waren damals und noch bis 1379 die Brüder Heinrich und Freitel von Windhaag. Hans von Au folgte, Herzog Albrecht III. belehnte ihn mit der halben Herrschaft. 1380 bekam Hans die zweite Hälfte als Lehen. 1395 war Konrad Schaffer im Besitz der Burg, um 1400 folgte Leopold Drosendorfer.
1407 kaufte Thomas Tannpeck die Burg. Durch Heirat kam die Burg 1485 an Laßla Prager. 1486 folgte wieder ein Tannpeck. Die Tannpecks standen im Krieg des Kaisers Friedrich III. mit Matthias Corvinus auf der falschen Seite und die Burg wurde genauso wie Schloss Aich eingezogen. 1488 war wiederum Laßla Prager mit der Burg belehnt, er ließ 1499 die Burgkapelle errichten.
Um 1505 wurde er von Maximilian I. in den Freiherrenstand erhoben und nannte sich nun von Windhaag. Laßla starb 1515, seine Witwe und Kinder bauten die Burg zu einem Schloss aus und vergrößerten die Herrschaft. 1597 kaufte Lorenz Schütter auf Klingenberg das Schloss Windhaag, dessen Nachkommen es wegen der hohen Schulden 1636 an Joachim Enzmilner verkaufte.
Nach dem Kauf ließ Enzmilner ab 1642 neben dem eher kleinen alten Schloss ein großes, neues, dreistöckiges Bauwerk im Renaissancestil errichten, das Neue Schloss Windhaag. Als Baumaterial verwendete er Steine aus umliegenden Burgen oder Ruinen wie Burgruine Mitterberg. Der Rohbau war 1648 fertiggestellt, die Einrichtung und Gestaltung dauerte bis 1673. Burg und Schloss waren durch eine Brücke verbunden. Das neue Schloss war damals eines der schönsten und prachtvollsten Schlösser in Oberösterreich, hatte eine unter anderem eine umfangreiche Bibliothek (Bibliotheca Windhagiana) und eine wertvolle Kunstsammlung.
Das einzige Kind Enzmilners war Eva, die 1648 gegen den Willen der Eltern in den Dominikanerinnenorden in Tulln eintrat. 1664 kam sie als Schwester Eva Magdalena nach Windhaag zurück. Ihr Vater richtete im alten Schloss ein Kloster ein, Eva Magdalena wurde 1668 die erste Priorin. Joachim Enzmiller starb am 21. Mai 1678, seine Tochter erbte das alte und neue Schloss und die gesamte Herrschaft Windhaag.
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Lage: 48.2844, 14.6847