Schloss/BurgLoßburg-Sterneck

Burgruine Sterneck

Burgruine Sterneck

Die Burgruine kann besichtigt werden

Die Ruine Sterneck, auch Sterneneck genannt, ist eine Burg- und Schlossruine in Spornlage im Ortsteil Sterneck der Gemeinde Loßburg im Landkreis Freudenstadt in Baden-Württemberg.

Die Ruine steht am Westrand des Gäus zum östlichen Schwarzwald auf einem Sporn über dem hier ostwärts laufenden Glatt-Zufluss Heimbach. Sie liegt auf 551,2 m ü. NN und damit etwa 40 Meter über dem Fluss, der um den Sporn eine etwas über 200 Meter lange und etwas weniger breite Südschlinge zieht. Nördlich von diesem beginnen auf der Hochebene über dem Tal die Häuser des verstreuten Weilers Sterneck, im Süden liegt zu Füßen des Sporns am dieseitigen Ufer der Wohnplatz Schloßmühle. Flussabwärts ist der Heimbach heute von der Heimbachsperre angestaut, deren Rückstau fast bis zur Mühle reicht.

Die Ruine Sterneck bei der Schloss-Schenke über dem Heimbachtal ist beliebter Anziehungspunkt für Wanderer und Kurgäste.

Der Erbauer der Burg Sterneck, Vollmar von Brandeck, (zwischen 1230 und 1250) geriet als Vogt von Dornhan wegen der Gerichtsbarkeit in Streit mit dem Kloster Alpirsbach. Er rächte sich durch Rauben und Brandschatzen im Klostergebiet. Mit der großen neuen Burganlage übernahm er sich wohl; denn nach seinem Tode mussten Witwe und Kinder im Jahre 1276 Breitenwies bei Aischfeld und Oberehlenbogen verkaufen. Als potenter Käufer kam lediglich das Kloster Alpirsbach in Frage. Und dieses machte zunächst die Schäden des Erblassers geltend. Fast der halbe Kaufpreis wurde für die durch den Erblasser Volmar verursachten Schäden verrechnet.

Im Mittelalter gehörten zur Herrschaft Sterneck vier Dörfer (Fürnsal, Walde, Breitenau und Busenweiler), das Pfarrgut Unterbrändi mit den heute noch erhaltenen interessanten Marksteinen, Höfe in Geroldsweiler und Dottenweiler und der edelmännische Trollenberg. Ursprünglich gehörten noch dazu die Breitenwies, das obere Ehlenbogental, der Trollenberg, der Grabenhof, der Stuhlhof mit einem früheren Gerichtsstuhl und der Vogelsberg, wo einst lt. Sattler eine Burg stand. Weitere Besitzungen hatten die Brandecker in umliegenden Orten, so auch in Dornhan.

Aus der Zeit des letzten Brandeckers, ebenfalls ein Vollmar († 1549) stammt der obere noch erhaltene Renaissance-Fries am Bergfried. Hier hat sicherlich der wohlhabende Schwiegersohn Georg von Ow mitgewirkt.

Nach zwei Zeichnungen aus der Zeit um 1600 stand die Burg auf der östlichen Seite des Burg- und Schloss-Areals. Die Skizze aus der Beschreibung des Burgfriedens ist auf einer der bei der Ruine angebrachten Tafeln zu sehen. Eine weitere Zeichnung stammt von Johannes Öttinger [Karte: Alpirsbacher Forst. Zwei örtliche Heimatforscher besichtigten daher den kleineren Keller unter dem Haus auf der Ostseite und sahen ihn als den älteren an. Sie baten daher Dr. Wein, den ehemaligen Kreisarchivar von Freudenstadt um eine Stellungnahme. Er untersuchte das Gemäuer und bestätigte die Vermutung. Ebenso kam er zu der Überzeugung, dass nach den beiden Zeichnungen die Burg auf der östlichen Seite gelegen haben muss. Bisher wurde in der Literatur auf diese Tatsache noch nicht hingewiesen. Der kleine Keller muss also zur Burg gehört haben und lag wohl direkt unter der Burg. Er muss ein Alter von gut 750 Jahren haben.

Von der Ostseite aus konnten die Brandecker die darunter liegende wichtige Verkehrsstraße kontrollieren und Wegezoll erheben. Die Straße führte von Dornstetten über Wittendorf, Oberbrändi, Sterneck, Gundelshausen, Dornhan bis zur Straßenkreuzung beim Römerkastell Waldmössingen. Römische Fundorte liegen entlang dieser Straße, doch ist kein Nachweis für eine Römerstraße gegeben. Im Wittendorfer Heimatbuch ist die Wegführung mit den entsprechenden Belegen beschrieben.

Straßenzölle besserten die Kasse der Brandecker auf. Die Einnahmen aus dem kleinen Herrschaftsbereich waren durch die Erbteilung an die verschiedenen Nachkommen spärlich. So leisteten sich die vier Vettern Kuno, Hans der Lamparter, Klein-Hans und Vollmar Übergriffe im württembergischen Hoheitsgebiet. Sie glaubten wohl, die Württemberger seien weit weg. Doch selbst Graf Eberhardt III, der Milde, wollte dem Treiben nicht länger zusehen und belagerte mit Hilfe der Rottweiler, den berüchtigten Burgenbrechern, die Burg Sterneck. Die Folge waren abgebrannte Höfe rings um Sterneck und die Übergabe der Burg an die Württemberger. Die Brandecker bekamen sie aber als Lehen wieder zurück.

Jahrzehntelang, über zwei, drei Generationen hatte sich der Viehbestand noch nicht erholt. Der Vogelsberg in 24-Höfe musste schließlich an das Kloster Alpirsbach verkauft werden.

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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:BurgSterneckklein.jpg

Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.

Lage: 48.3882, 8.4937