Schloss/BurgAub - Baldersheim

Burgruine Reichelsburg

Burgruine Reichelsburg

Die Burgruine kann besichtigt werden

Die Reichelsburg, auch Burg Reichelsberg genannt, ist die Ruine einer spätmittelalterlichen Höhenburg des Hochstifts Würzburg. Sie liegt bei dem heute zur Stadt Aub gehörenden Dorf Baldersheim im Landkreis Würzburg in Bayern.

Die Burg Reichelsberg wurde als „Reigirberc“ um 1230 als Besitz der Brüder Gottfried und Konrad von Hohenlohe-Brauneck erstmals erwähnt, deren Stammsitz Burg Brauneck sechs Kilometer südlich von Aub lag und teilweise noch erhalten ist. Bei der 1230 erwähnten Burg handelt es sich vermutlich noch um einen Vorgängerbau der heutigen Burgruine. Lehnsgeber der Herrschaft Reichelsberg, die neben der Feste die Orte Baldersheim, Burgerroth (beide heute zu Aub), Bieberehren und Buch (heute zu Bieberehren) umfasste, war das Hochstift Bamberg. 1338 stifteten Gottfried III. von Hohenlohe-Brauneck und seine Frau Margareta auf Reygerberch eine Kapelle. 1390 erlosch mit dem Tod Konrads IV. die Linie Hohenlohe-Brauneck, der u. a. Creglingen und die "sechs Maindörfer" um Obernbreit/Marktsteft gehörten. Das Hochstift Bamberg zog das Lehen ein und tauschte es gegen andere Güter mit dem Hochstift Würzburg. Vom Würzburger Bischof Johann von Egloffstein erhielt 1401 der Reichserbkämmerer Konrad von Weinsberg Reichelsberg zum Lehen, der 1396 Anna von Hohenlohe-Brauneck, die Witwe Konrads IV., geheiratet hatte. 1425 befanden sich vier Kanonen („Klotzbüchsen“) auf der Reichelsburg. Nach Konrad von Weinsbergs Tod im Jahr 1448 folgten ihm seine Söhne Philipp d. Ä. (auch er Reichserbkämmerer) und Philipp d. J. (ein Geistlicher) nach, die beide gemeinsam auf der Reichelsburg lebten. Unter der Herrschaft Philipps d. Ä. wurde Reinhardt Truchsess von Baldersheim im Jahr 1477 Amtmann auf der Reichelsburg. Die Weinsberg beherrschten im 15. Jahrhundert auch die kleine Stadt Aub zusammen mit den Truchsessen und zeitweise den Rosenberg. Nach dem Aussterben der Herren von Weinsberg in männlicher Linie kam die Burg an die Tochter Philipps d. Ä., Gräfin Katharina von Königstein, die den weinsbergischen Teilbesitz der Reichelsburg 1521 für 49.000 Gulden an Fürstbischof Konrad von Thüngen verkaufte. Seit 1521 gehörte die Burg somit vollständig dem Hochstift Würzburg; sie wurde nicht mehr verliehen, sondern von Georg von Rosenberg als Amtmann des Hochstifts bewohnt. Am 22. April 1525 (Samstag nach Ostern) wurde die Reichelsburg, wie auch Burg Brauneck, von aufrührerischen Bauern im Bauernkrieg geplündert und teilweise zerstört, so dass Georg von Rosenberg ins Schloss Aub umzog. Die Burg wurde später teilweise wiederhergestellt und auch weiterhin bewohnt, hatte aber an Bedeutung verloren. 1669 wurde das Amt Reichelsberg aufgelöst, und im frühen 18. Jahrhundert fiel sie als Lehen an die Freiherren von Schönborn. Das war allerdings nur die Verleihung eines Titels. Besitz hatten die Schönborn im Raum Reichelsburg/Aub nie. Ab etwa 1750 war die Reichelsburg nicht mehr bewohnt und verfiel. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde die noch einigermaßen gut erhaltene Burg nach und nach von den Bewohnern der umliegenden Orte abgebrochen, die die Steine für den Bau eigener Gebäude verwendeten. Proteste dagegen blieben ohne Wirkung. Erst im Jahr 1900 machte sich der 15 Jahre zuvor gegründete Verschönerungsverein Aub daran, die Ruine zu sichern und herzurichten.

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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: Mobile Geschichte

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Lage: 49.5465, 10.0509