Schloss/BurgRothenfels

Burg Rothenfels

Burg Rothenfels

Die Burg kann besichtigt werden
Christliches Bildungs- und Tagungshaus

Die Burg Rothenfels ist eine Jugend- und Erwachsenenbildungsstätte und Jugendburg über der unterfränkischen Stadt Rothenfels im bayerischen Landkreis Main-Spessart in Deutschland.

Die Höhenburg wurde vor gut 850 Jahren mit ihrem gewaltigen Bergfried hoch über dem Main erbaut. Heute ist sie nicht nur ein beliebtes Ausflugsziel zwischen Würzburg und Aschaffenburg, sondern vor allem ein christliches Bildungs- und Tagungshaus in freier Trägerschaft.

Geschichte+
Von 1150 bis 1919+

Die ältesten Teile der Burg stammen aus dem Jahre 1150, Gründer war Markward II. von Grumbach (urkundlich seit etwa 1120 nachweisbar, † 9. Februar 1171). Nachdem das ursprüngliche Adelsgeschlecht der Grumbacher im Jahre 1243 mit Albert von Grumbach, Herr zu Rothenfels, ausgestorben war, ging die Burg Rothenfels über seine Tochter Adelheid, die mit dem Grafen Ludwig von Rieneck verheiratet war, an die Grafen von Rieneck. Diese wiederum verkauften die Burg 1328 an das Ministerialengeschlecht derer von Wolfskeel, die sie jedoch bereits 1333 an das Hochstift Würzburg veräußerten (siehe Amt Rothenfels) und auf Schloss Burggrumbach übersiedelten. Die dort ansässige Linie der Wolfskeels nannten sich fortan Wolfskeel von Grumbach und später, wie die ursprünglichen Besitzer, nur noch Herren von Grumbach. Während der Säkularisation 1803 fiel das würzburgische Amt Rothenfels an das Fürstenhaus Löwenstein-Wertheim-Rosenberg, 1806 durch Mediatisierung an das Fürstentum Aschaffenburg, 1813 dann an das Königreich Bayern. Die Burg blieb im Besitz des Fürsten, war ihm aber wenig dienlich, von einigen Bauern bewohnt, mit Viehställen besetzt und vorwiegend als Lager für Feldfrüchte und Wein genutzt.

Seit 1919+

Die Geschichte der Burg Rothenfels als christliches Bildungshaus begann 1919 mit dem Verkauf der Burg durch das Fürstenhaus Löwenstein an den Quickborn. Über die Grenzen Bayerns hinaus bekannt wurde die Burg durch das Wirken des berühmten Theologen Romano Guardini (1885–1968), der von 1927 bis 1939 Burgleiter war. Von 1924 bis 1940 wirkte Rudolf Schwarz als Burgbaumeister. Die Kapelle der Burg wurde unter Guardinis Führung zum Herz der Liturgischen Bewegung, die wesentliche Ideen des Zweiten Vatikanischen Konzils vorwegnahm.

Nach dem Kauf von Burg Rothenfels durch den Quickborn im Februar 1919 richteten Klemens Neumann mit vielen Freiwilligen die Burg her für den Ersten Deutschen Quickborntag im August 1919. Die dann jährlich stattfindenden Quickborntage machten Burg Rothenfels bekannt als einen Ort, an dem Jungen und Mädchen, junge Frauen und Männer gemeinsam Werkwochen aus christlichem Geist gestalteten und neue Wege erprobten, besonders in der Gottesdienstgestaltung, der Schriftlesung, im Gemeinschaftsleben, in Musik und Tanz. Die Ausstattung der Kapelle mit (heute noch existierenden) Sakralgeräten oblag unter Schwarz’scher Leitung einer „Werkgemeinschaft“ aus Lehrern und Schülern der Kunstgewerbeschule Aachen, nämlich Fritz Schwerdt für den großen Ewiglichtleuchter, Anton Schickel und Fritz Schwerdt für das kleine Kruzifix bzw. Hein Minkenberg für den zugehörigen Elfenbeinkorpus. Die Entwürfe für Altar, Altarleuchter und Tabernakel – überwiegend mit benageltem Silberblech – stammen von Rudolf Schwarz selbst, während die Ausführung Anton Schickel besorgte. Die mit der Beschlagnahme von Burg Rothenfels im August 1939 gewaltsam unterbrochene fruchtbare Arbeit für Pädagogik, Liturgische Bewegung und Friedensbewegung auf Burg Rothenfels wurde nach dem Krieg unter Leitung des Münchener Oratorianers Heinrich Kahlefeld weitergeführt und sprach mit ihren Oster- und Pfingsttagungen, Werkwochen für junge Menschen aller Kreise und anderen Veranstaltungen viele Menschen an. Ab 1959 bestand die Burgleitung aus Heinrich Fleckenstein, Würzburg; Bernhard Casper, Freiburg und Bruno Leuschner, Schlüchtern. In den sechziger Jahren wurde der Burgrat eingerichtet, ein für die Bildungsarbeit der Burg verantwortliches Beratergremium, das aus neun ehrenamtlichen Personen besteht. Seit dieser Zeit gibt es auch jeweils einen hauptamtlichen Bildungsreferenten, u. a. Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz (1975 bis 1984), Ludger Bradenbrink (1986 bis 1995), Joachim Hake (1995 bis 2006), Achim Budde (2007 bis 2018), ab 2019 Philip Fuhrmann (gleichzeitig Leiter der VHS-Akademie Burg Rothenfels). Ehrenamtliche Burgpfarrer war von 1983 bis 1991 Rolf Zerfaß, Würzburg, von 1996 bis 2018 Gotthard Fuchs, Wiesbaden und seit Pfingsten 2018 Joachim Negel, Fribourg/Schweiz.

Träger der Burg+

Als Rechtsträger des Bundes Quickborn wurde die Vereinigung der Quickbornfreunde e. V. am 20. November 1917 ins Vereinsregister beim Amtsgericht Lohr eingetragen. Sie kaufte am 21. Februar 1919 Burg Rothenfels vom Fürsten zu Löwenstein. Erster Vorsitzender war Bernhard Strehler, Präfekt in Neisse, ab 1925 Rektor Josef Emonds, Dormagen, ab 1927 Rolf Ammann, Cannstatt. Burg Rothenfels war die erste Jugendburg, die aus der Deutschen Jugendbewegung hervorgegangen ist.Besonders der Burgleiter Romano Guardini wollte durch eine Änderung des Vereinsnamens verdeutlichen, dass Burg Rothenfels nicht nur Quickborner ansprechen wollte, sondern alle aufgeschlossenen Christen. Mit Satzung vom 27. August 1933 nannte der Verein sich um in „Vereinigung der Freunde von Burg Rothenfels e.

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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: Reinhold Schulz

Diese Beschreibung ist ein Auszug aus dem verlinkten Wikipedia-Artikel und stammt von dessen Autorinnen und Autoren. Sie steht wie das Original unter CC BY-SA 4.0 und darf unter denselben Bedingungen weiterverwendet werden.

Lage: 49.8922, 9.5894