Landschulheim
Burg Nordeck

Die Burg Nordeck befindet sich in Nordeck, einem Stadtteil von Allendorf an der Lumda im Landkreis Gießen. Die in ihrer Entstehung auf das 12. Jahrhundert beurkundete Burg prägt noch heute das Bild von Nordeck. Sie wechselte häufig die Besitzer, ist heute im Besitz der Grafen von Schwerin zu Friedelhausen und beherbergt seit 1925 das Landschulheim Burg Nordeck. Der Bergfried kann nach Voranmeldung besichtigt werden.
Das eigentliche Alter der Burg kann aus den Abmessungen ihrer Kapelle zurückgeschlossen werden, da es keine Urkunden über ihre Bauphase gibt: Der „römische Fuß“, der ihren Abmessungen zugrunde liegt, wurde bis zum 11. Jahrhundert verwendet. In dieser Zeit wurde die Kapelle mit der Hauptanlage der Burg aus Basalt und Lungstein erbaut.
Der erste urkundliche Hinweis auf einen Burgherrn ist aus späterer Zeit und nennt einen Adolf von Nordeck 1222. Als Siedlung wird Nordeck an der Lumda jedoch schon 1093 erwähnt. Das Dorf setzt aber die Burg voraus, also kann die Erbauung vor 1100 als sicher angenommen werden. Zunächst als Stammsitz der von Nordecks angelegt, war die Burg seit dem 13. Jahrhundert Eigentum der Landgrafen von Hessen. Sie fungierte einst als wichtige Sperre der Straße von Mainz nach Amöneburg.
Im Jahre 1328 erhielt Hermann der Ältere (* nach 1305; † zwischen 1368 und 1370), der jüngste Sohn des Landgrafen Otto I., nach dem Herrschaftsantritt seines ältesten Bruders Heinrich II. (* vor 1302; † 1376) in der Landgrafschaft Hessen die Burg Nordeck als Paragium.
Burgkapelle+
Die Burgkapelle liegt in der Vorburg, deren Mauern einen Teil des am Hang liegenden Ortes umschlossen. Sie steht nahe der inneren Festungsmauer und gehörte zur ehemaligen Vorburg. Einst war ihr Grundriss ein Rechteck aus zwei fast quadratischen Teilen, der eine als Chorraum mit Altar, der andere nur ein wenig größer, für die Besucher.
Das romanische Kreuzgratgewölbe über dem Chor wird von "Eckvorlagen" getragen. An einer dieser Eckvorlagen entdeckte man bei der Renovierung Anfang der 1950er Jahre ein originelles Fresko unbekannten Alters. Es zeigt einen rotbraunen Teufelskopf, der in den Altarraum starrt. Die Malerei wurde später auf Wunsch der Gemeinde übertüncht, weil das Bild manchen Besucher beunruhigte.
Ob der große Bogen, der die beiden alten Raumteile trennt, einstmals rund war und erst später zugespitzt wurde, ist nicht sicher. Einen größeren Eingriff hat das Gebäude im Jahre 1708 erfahren. Dach und Decke wurden erneuert, ebenso Portal und Fenster. Eine Empore wurde eingebaut und ein Dachreiter mit Glockenstuhl aufgesetzt. Drei runde Holzstützen tragen diese Konstruktion. Außerdem wurde der Gemeinderaum durch einen höher gelegenen Bereich nach Norden erweitert.
Die Herren von Nordeck hatten vermutlich die Absicht, ihre Kapelle für eine ständige Benutzung zum Sonntagsgottesdienst umzugestalten. Davor haben nur Gottesdienste für die Burgbewohner, aber kaum Gemeindegottesdienste hier stattgefunden. Auf Beschwerde der Patronatsfamilie verfügt das Marburger Kirchenkonsistorium in den Jahren 1733 und 1780 einen regelmäßigen Turnus für Winnen und Nordeck. Doch schon in der ersten Hälfte des 19. Jahrhundert war die Kapelle wieder verfallen und wurde rund 40 Jahre nicht genutzt. In der Zwischenzeit wurde eine Renovierung von der Kirchenleitung abgelehnt mit dem Argument, die Kapelle sei Privateigentum. Erst 1842 wurde sie wiederhergestellt, aber auch danach fanden keine regelmäßigen Gottesdienste statt. Der damalige Pfarrer lehnte sie mit der Begründung ab, die Kirchengemeinde Winnen würde dadurch in zwei Gemeinden auseinandergerissen.
Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0
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Lage: 50.6926, 8.8428